Die Dokumentation Melania von Regisseur Brett Ratner startet an diesem Freitag global in den Kinos – begleitet von auffallend schwachem Publikumsinteresse. Der 104-minütige Film beleuchtet die 20 Tage vor der zweiten Amtseinführung von FIFA-Friedenspreisträger Donald Trump im Januar 2025. Trotz eines Marketingaufwands von rund 30 Millionen Euro rechnen Marktforscher der National Research Group laut Forbes lediglich mit etwa fünf Millionen Dollar zum US-Start.
Niemand will "Melania" sehen
Besonders deutlich zeigt sich die Zurückhaltung in Großbritannien. Wie The Telegraph berichtet, wurden in einem Londoner Vue-Kino für die erste Vorstellung lediglich ein Ticket, für die Abendvorstellung zwei Karten verkauft. In mehreren weiteren Standorten – darunter Blackburn, Castleford und Hamilton – blieben zum Buchungsstand sämtliche 28 geplanten Vorführungen komplett leer. Auch größere Häuser meldeten nur vereinzelte Verkäufe.
Vue-Chef Tim Richards erklärte, er erhalte zahlreiche Beschwerden über die Programmierung des Films, betonte jedoch, dass Kinos grundsätzlich alle von der BBFC freigegebenen Titel zeigen würden. Zensur sei nicht Aufgabe der Betreiber. Ein Branchenanalyst sagte dem Guardian, denkbar sei eine sogenannte Four-Walling-Vereinbarung, bei der Kinos unabhängig vom Besucheraufkommen bezahlt werden. Vor diesem Hintergrund könnten offizielle Einspielergebnisse ausbleiben.
Auch in den USA und Deutschland kaum Nachfrage
Ähnliche Signale kommen aus den USA. In sozialen Netzwerken kursieren Berichte über nahezu leere Säle in Metropolen wie Boston. Für drei Freitagabend-Vorstellungen im AMC Boston Common waren laut Website des Betreibers insgesamt nur fünf Tickets verkauft – verteilt auf alle Shows.
Hierzulande fällt das Bild nicht anders aus. In Hamburg läuft Melania ausschließlich in zwei UCI-Kinos in Mundsburg und Wandsbek, für das gesamte Eröffnungswochenende wurden dort zusammen nur 17 Karten reserviert. Cinemaxx-Häuser verzichten komplett auf den Film, obwohl sie zur gleichen Konzernstruktur wie Vue gehören. Auch aus anderen deutschen Städten werden kaum Buchungen gemeldet.
Unserer Recherche zufolge kommt der Titel zum Deutschlandstart auf rund 40 Vorführungen. Stichprobenartige Überprüfungen der Sitzplatzbelegung zeigen: Einen ausverkauften Saal gab es bislang nicht, stattdessen überwiegend sehr leere Vorstellungen. Vereinzelt waren jedoch auch Kinos zu finden, in denen immerhin rund ein Viertel der Plätze belegt war. Für Amazon, die für die Doku verantwortlich sind, sieht alles nach einem Flop aus - so wie es bereits im Vorfeld prognostiziert wurde. Mehr dazu hier.