Die Neuordnung der US-Unterhaltungsbranche rückt näher: Für die geplante Zusammenführung von Paramount/Skydance und Warner Bros. Discovery gibt es nun wichtige Unterstützung von offizieller Seite. Nach einer Prüfung durch die Kartellabteilung des US-Justizministeriums steht dem Vorhaben aus wettbewerbsrechtlicher Sicht offenbar nichts mehr im Weg.
Kritik aus Hollywood bleibt ohne Einfluss auf die Entscheidung
Die Behörden kamen laut Berichten zu dem Schluss, dass der Zusammenschluss keine ausreichenden Wettbewerbsrisiken birgt, um ein juristisches Einschreiten zu rechtfertigen. Deshalb wurde die Transaktion ohne zusätzliche Bedingungen freigegeben. Sollte die Übernahme wie geplant abgeschlossen werden, würde ein neuer Medienriese entstehen, der einige der bekanntesten Marken der Branche vereint. Neben Paramount und Skydance würden dann auch Angebote und Studios wie HBO, Warner Bros. Pictures, CNN, TNT, TBS und HGTV zum gemeinsamen Konzern gehören.
Die Entscheidung fällt nur wenige Wochen nach einem ungewöhnlich breiten Protest innerhalb der Kreativbranche. Mehr als 5.500 Beschäftigte aus Film und Fernsehen hatten sich in einem offenen Brief gegen das Vorhaben ausgesprochen. Darin äußerten sie die Sorge, dass eine weitere Konzentration von Marktmacht zu Einsparungen bei Arbeitsplätzen führen und gleichzeitig die Kosten für das Publikum erhöhen könnte. Zu den prominenten Unterstützer*innen zählten unter anderem David Fincher, Denis Villeneuve, J. J. Abrams, Emma Thompson, Yorgos Lanthimos, Rose Byrne, Jane Fonda und Joaquin Phoenix.
An der grundsätzlichen Entwicklung änderte die öffentliche Kritik jedoch nichts. Branchenbeobachter*innen hatten ohnehin nicht damit gerechnet, dass der Protest die Behörden von ihrer Einschätzung abbringen würde. Zudem gilt die Verkaufsbereitschaft der Warner-Bros.-Discovery-Führung um CEO David Zaslav als wesentlicher Faktor für das Vorankommen der Verhandlungen. Mit der nun erfolgten Freigabe ist eine der bedeutendsten regulatorischen Hürden beseitigt, wodurch die milliardenschwere Fusion einen entscheidenden Schritt näher an die Umsetzung rückt.