Die internationale Musik- und Filmwelt trauert um Glen Hansard. Der irische Singer-Songwriter, Frontmann der Band The Frames, Mitbegründer von The Swell Season und Oscar-Preisträger, ist im Alter von 56 Jahren bei einem Motorradunfall in Dublin ums Leben gekommen. Die Nachricht löste weltweit große Bestürzung aus. Zahlreiche Weggefährten, Musiker und Filmschaffende verabschieden sich von einem Künstler, dessen Lieder für viele Menschen zu einem festen Bestandteil ihres Lebens wurden.
Hansard wurde 1970 in Dublin geboren und machte sich bereits Ende der 1980er-Jahre als Sänger und Gitarrist von The Frames einen Namen. Während die Band in Irland längst Kultstatus erreichte, dauerte es etwas länger, bis auch ein internationales Publikum auf den außergewöhnlichen Musiker aufmerksam wurde. Seine raue, unverstellte Stimme und seine zutiefst ehrlichen Texte machten ihn zu einer der prägendsten Persönlichkeiten der modernen irischen Songwriter-Szene. Über Jahrzehnte blieb Hansard dabei ein Künstler, der sich nie dem Mainstream unterordnete und stattdessen konsequent seinen eigenen Weg ging.
Seinen weltweiten Durchbruch feierte Glen Hansard 2007 mit dem Independent-Film Once. Gemeinsam mit Markéta Irglová spielte er nicht nur die Hauptrolle, sondern schrieb auch die Musik zum Film. Das Lied "Falling Slowly" entwickelte sich zu einem internationalen Phänomen und wurde 2008 mit dem Oscar als bester Filmsong ausgezeichnet. Später folgte dafür auch ein Grammy. Once selbst avancierte zu einem der bedeutendsten Musikfilme des 21. Jahrhunderts und wurde anschließend erfolgreich als Broadway-Musical adaptiert. Hansard bewies damit eindrucksvoll, dass seine Kunst weit über klassische Songwriter-Musik hinausreichte und auch das Kino nachhaltig prägen konnte.
"I choose to believe that there is good in people and that everything is a lesson. Our place on Earth is to go deeper, to somehow get wiser. To have spirit."
Auch abseits von Once blieb Hansard eng mit der Filmwelt verbunden. Bereits früh war er in Alan Parkers Musikfilm The Commitments zu sehen, später steuerte er Musik zu Produktionen wie Sing Street bei und war zuletzt in Joe Wrights Cyrano zu erleben. Seine Lieder zeichneten sich stets durch eine seltene Mischung aus Verletzlichkeit, Hoffnung und emotionaler Ehrlichkeit aus – Qualitäten, die ihn sowohl als Musiker als auch als Filmschaffenden unverwechselbar machten.
Die Reaktionen auf seinen Tod ließen nicht lange auf sich warten. Musiker wie Bono, Bruce Springsteen, Cat Power oder Sharon Van Etten würdigten Hansard als außergewöhnlichen Künstler und großzügigen Menschen. Viele beschrieben ihn als jemanden, dessen Musik Trost spendete, Menschen zusammenbrachte und weit über Irland hinaus Generationen von Songwritern beeinflusste. Auch aus der Film- und Theaterwelt erreichten die Familie zahlreiche Beileidsbekundungen.
Mit Glen Hansard verliert die Musikwelt einen Künstler, der nie laut sein musste, um gehört zu werden. Seine Songs lebten von Aufrichtigkeit statt Inszenierung, von echten Gefühlen statt großer Gesten. Sein Vermächtnis wird nicht nur in Auszeichnungen wie Oscar und Grammy weiterleben, sondern vor allem in den Liedern, die für Millionen Menschen auf der ganzen Welt zum Soundtrack ihres Lebens geworden sind.