Die Golden Globes gehören zu den bekanntesten Filmpreisen der Welt. Jedes Jahr zeichnen sie herausragende Leistungen in Film, Streaming und Fernsehen aus und gelten traditionell als wichtiger Gradmesser für die spätere Awards-Saison rund um die Oscars. Doch hinter der glamourösen Fassade tobt seit Jahren ein Streit um die Organisation der Veranstaltung – und nun landet dieser Konflikt vor Gericht.
Vom einflussreichen Verband zum aufgelösten Organisator
Auslöser ist eine Klage ehemaliger Mitglieder der Hollywood Foreign Press Association (HFPA) gegen Penske Media. Das Medienunternehmen hatte 2023 die Rechte an den Golden Globes übernommen und die bisherige Struktur der Preisverleihung grundlegend verändert. Die frühere Veranstalterorganisation wurde aufgelöst und durch ein neues, internationales Abstimmungsgremium ersetzt.
Die HFPA hatte die Golden Globes über Jahrzehnte hinweg organisiert, war aber immer wieder wegen ihrer Arbeitsweise in die Kritik geraten. Der Verband wurde unter anderem für mangelnde Transparenz, ethische Probleme und fehlende Vielfalt kritisiert. Besonders große Aufmerksamkeit erhielt der Vorwurf, dass die Organisation lange Zeit kein einziges schwarzes Mitglied hatte.
Nach der Übernahme durch Penske Media verloren die ehemaligen HFPA-Mitglieder ihren Einfluss auf die Preisvergabe und die damit verbundenen Vorteile. Nun behaupten sie, im Rahmen des Verkaufsprozesses getäuscht worden zu sein, und wollen ihre Ansprüche juristisch durchsetzen.
Penske weist Vorwürfe zurück und attackiert HFPA
Penske Media reagierte auf die Klage mit einer ungewöhnlich deutlichen Stellungnahme. Statt sich ausführlich mit den juristischen Argumenten auseinanderzusetzen, verwies das Unternehmen auf die umstrittene Vergangenheit der HFPA und kritisierte die ehemalige Organisation scharf. In der Erklärung heißt es:
„Wir sind weiterhin beunruhigt darüber, dass die HFPA, eine Organisation, die so häufig für ethische Fehltritte, mangelnde Inklusivität, Rassismus und Fehlverhalten im Umgang mit Talenten kritisiert wurde, weiterhin Anwälte findet, die bereit sind, derart unrechtmäßige Ansprüche voranzutreiben.“
Der Streit um die Golden Globes zeigt damit erneut die komplizierte Geschichte der Preisverleihung. Während die alte HFPA wegen zahlreicher Kontroversen ihren Ruf beschädigte, steht auch der neue Besitzer unter Beobachtung. Kritiker sehen in Penske Media inzwischen eine enorme Konzentration von Macht innerhalb der Filmbranche, da das Unternehmen mehrere große Entertainment-Publikationen kontrolliert.
Wie der Rechtsstreit ausgehen wird, ist derzeit offen. Fest steht jedoch: Die Golden Globes kämpfen weiterhin um ihre Glaubwürdigkeit – sowohl bei Hollywood als auch beim Publikum.