Netflix steht wegen des bislang unveröffentlichten Thrillers Fortitude vor einer Klage in Höhe von 105 Millionen US-Dollar. Die Produzenten des Films werfen dem Streamingdienst vor, eine ungesicherte Kopie des Films nicht ausreichend geschützt zu haben. Nachdem ein Speichermedium mit dem Film aus einem Netflix-Büro in Los Angeles gestohlen worden sein soll, befürchten die Filmemacher laut Klage mögliche Folgen für die spätere Veröffentlichung und Vermarktung.
Streit um gestohlene Kopie von Nicolas Cage-Film
Fortitude ist ein Spionage-Thriller, der während des Zweiten Weltkriegs spielt und von britischen Geheimdienstoperationen handelt, die das NS-Regime täuschen sollten. Der Film wurde von xxx-Regisseur Simon West inszeniert und markierte damit eine erneute Zusammenarbeit zwischen West Nicolas Cage. Außerdem zum Cast gehören noch Matthew Goode, Ed Skrein, Jordi Mollà, Alice Eve, Michael Sheen, Art Malik, Lukas Haas, Adrian Topol, Emilio Sakraya, Paul Anderson, Ben Kingsley und Ron Perlman.
Der Streit begann laut Klage während Gesprächen über einen möglichen Kauf des Films durch Netflix. Nachdem der Streamingdienst Werbematerial erhalten hatte, soll das Unternehmen später eine Arbeitsfassung zur Sichtung angefordert haben. Die Produzenten übergaben daraufhin eine digitale Kopie des Films. Nach eigenen Angaben wiesen sie darauf hin, dass die Dateien nach der Sichtung gelöscht werden sollten. Wenige Tage später informierte Netflix das Team darüber, dass das Speichermedium gestohlen worden sei.
Netflix widerspricht den Vorwürfen
Die Verantwortlichen von Fortitude argumentieren, dass der Vorfall den Wert des Films beschädigen könnte. Mögliche neue Vertriebspartner müssten über die gestohlene Kopie informiert werden, was die Vermarktung erschweren könnte. Deshalb fordern die Filmemacher nun Schadenersatz in Höhe von 105 Millionen US-Dollar.
Netflix weist die Anschuldigungen zurück. Das Unternehmen erklärte, man übernehme keine Verantwortung für Material, das nicht mit den üblichen Sicherheitsvorkehrungen der Branche geliefert worden sei. Gleichzeitig betonte der Streamingdienst, dass der Schutz unveröffentlichter Inhalte wichtig sei und der Vorfall untersucht wurde.
Wann Fortitude erscheint, ist derzeit unklar. Für Regisseur West wäre der Film nach mehreren weniger erfolgreichen Projekten eine Rückkehr zu groß angelegtem Actionkino.
Nicht der erste Rechtsstreit rund um "Fortitude"
Auch Drehbuchautor und Produzent Simon Afram sorgte im Zusammenhang mit Fortitude bereits früher für Schlagzeilen. Vor einigen Jahren verklagte er Regisseurlegende Martin Scorsese und behauptete, dieser habe für die Unterstützung seines Drehbuchs eine Zahlung in Höhe von 500.000 US-Dollar erhalten, das Projekt anschließend aber nicht weiterverfolgt. Afram warf Scorsese vor, ihn nach der Vereinbarung ignoriert zu haben.
Scorseses Umfeld widersprach den Vorwürfen und erklärte, Afram habe den langwierigen Entwicklungsprozess eines Filmprojekts missverstanden. Der Streit wurde schließlich nach mehreren Monaten außergerichtlich beigelegt. Die genauen Bedingungen der Einigung wurden nicht öffentlich gemacht.