Eva Marie Saint ist im Alter von 102 Jahren gestorben. Die Schauspielerin gehörte zu einer Generation von Hollywood-Stars, die das amerikanische Kino über Jahrzehnte geprägt haben.
Saint wurde 1924 in Newark, New Jersey, geboren und begann ihre Karriere zunächst beim Theater und im Fernsehen. Ihren großen Durchbruch feierte sie 1954 mit Die Faust im Nacken. An der Seite von Marlon Brando spielte sie Edie Doyle, eine junge Frau, die sich in einen Hafenarbeiter verliebt. Für ihre erste Kinorolle erhielt Saint gleich den Oscar als beste Nebendarstellerin.
Fünf Jahre später machte Alfred Hitchcock sie zur Partnerin von Cary Grant in Der unsichtbare Dritte. Als geheimnisvolle Eve Kendall gerät sie gemeinsam mit Grants Figur in eine Spionagegeschichte voller Verwechslungen und Gefahren. Der Film gehört heute zu Hitchcocks bekanntesten Werken und Saint schuf darin eine der großen weiblichen Figuren des klassischen Hollywoodkinos.
Vom Hollywood-Star zur Charakterdarstellerin
Nach diesen beiden Filmen hätte Saint leicht zum dauerhaften Superstar werden können. Sie entschied sich jedoch bewusst gegen ein Leben, das sich nur um Hollywood drehte. Sie arbeitete regelmäßig weiter, wechselte aber auch zwischen Kino, Fernsehen und Theater und nahm sich Zeit für ihre Familie.
Mit ihrem Ehemann Jeffrey Hayden war sie mehr als 60 Jahre verheiratet. Gemeinsam hatten sie zwei Kinder. Auch beruflich blieb Saint lange aktiv. Sie spielte unter anderem in Exodus, Die Russen kommen! Die Russen kommen!, Grand Prix und ...die alles begehren mit. Später war sie auch in Serien wie Das Model und der Schnüffler zu sehen und gewann für ihre Fernseharbeit sogar einen Emmy.
2006 kehrte sie zum großen Hollywood-Film zurück und spielte in Superman Returns die Adoptivmutter von Clark Kent. Damals war sie bereits 80 Jahre alt.
Eva Marie Saint: Eine echte Hollywood-Größe
Was Eva Marie Saint besonders machte, war vielleicht gerade ihre unaufgeregte Art. Sie musste nie in möglichst vielen großen Filmen auftreten, um in Erinnerung zu bleiben. Zwei außergewöhnliche Rollen reichten, um Filmgeschichte zu schreiben. Gleichzeitig blieb sie über Jahrzehnte eine gefragte Schauspielerin und fand immer wieder neue Aufgaben.
Mit ihrem Tod verschwindet ein weiteres Stück des alten Hollywoods. Saint war eine Verbindung zwischen der Ära von Brando und Hitchcock und dem modernen Kino. Vor allem aber war sie eine Schauspielerin, die ihre berühmtesten Rollen nicht einfach nur spielte, sondern ihnen etwas Eigenes gab.
Ruhe in Frieden.