Dass Festival-Eröffnungsfilme selten gelungen sind, gilt auch in Shanghai. Dort steigert sich Keane T.K. Wongs Debüt-Dramödie in immer aberwitzigere Wendungen, die Logik und Kontinuität selbstzweckhafter Selbst-Dekonstruktion opfern. Nach dem ernsthaften ersten Akt versucht der Regisseur offenbar, seine verstaubten Stereotypen mittels Ironie zu retten und überzieht dabei ebenso wie zuvor mit patriarchalischem Paternalismus. Demonstratives desavouieren der Altmänner-Phantasie von einer jungen attraktiven Adeptin ändert wenig an der chauvinistischen Perspektive der selbstverliebten Seifenoper. Deren krudes Konzept rettet auch der passable Cast nicht.