Als Coming-of-Age-Story ist Blerta Bashollis autobiographisch inspiriertes Familiendrama trotz des überzeugenden Ensembles ungleich schwächer denn als historische Momentaufnahme am Vorabend des Kosovo-Krieges. Das soziale Klima, in dem Mord an Tausenden, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und massenhafte Vertreibung möglich werden, sickert nur verwässert in das unausgegorene Szenario. Dessen fahle Ausleuchtung und triste Farbpalette betonen die Hoffnungslosigkeit der sukzessive eskalierenden Situation. Beengte Einstellungen und gebrochene Blickachsen signalisieren in Lucie Baudinauds Kameraarbeit zugleich die emotionale Entfremdung von einer Heimat, die keine mehr ist.