Bildnachweis: © Berlinale 2026 | Adomeit Film La Fabrica Nocturna Cinéma Motlys

Berlinale 2026 - Ein Eröffnungsbericht

von Jakob Jurisch

In ihrer dritten Kinoarbeit profiliert Shahrbanoo Sadat ihre eigenwillige filmische Handschrift. Realität und Fiktion, Klischee und Differenzierung, Schauspiel und Improvisation gehen fließend ineinander über. Die äußere Leichtigkeit des Szenarios weicht gezielter Verunsicherung, wenn misogyner Sadismus, partnerschaftliche Gewalt und institutionelle Erpressung geradezu selbstverständlich die Abgründe hinter der süßlichen Aussage enthüllen. Die Titelfrage geht tiefer als Beziehungsbanalitäten in ihrem Ergründen ethischer Integrität auf der Machtseite eines repressiven Systems. Ein formal unebener und schauspielerisch wechselhafter Eröffnungsfilm der 76. Berlinale, doch gerade durch seine inneren Widersprüche spannender als glattgebügelte Komödien-Konvention. 

Diese Seite verwendet Cookies. Akzeptieren.