Bildnachweis: Sony Interactive Entertainment / Guerilla Games

Videospiel "Horizon: Zero Dawn" im Test

von Sebastian Stumbek

Story

In einer opulenten, postapokalyptischen Welt, in der die Natur die Ruinen einer vergessenen Zivilisation zurückerobert hat, leben kleine Gruppen von Menschen als primitive Stämme von Jägern und Sammlern. Ihre Herrschaft über die neue Wildnis haben die Maschinen an sich gerissen – furchterregende mechanische Kreaturen unbekannter Herkunft. 

Du spielst Aloy, eine junge Jägerin auf der Suche nach ihrem Schicksal inmitten der Überreste einer uralten Vergangenheit. Seit ihrer Geburt von ihrem eigenen Stamm verstoßen, hat Aloy gelernt, ihre Geschicklichkeit, List und tödliche Treffsicherheit einzusetzen, um Jagd auf die Maschinen zu machen, sich gegen rivalisierende Stämme zu schützen und in der gnadenlosen Wildnis zu überleben.

Kritik

Mit ihrer Killzone-Reihe hat sich das Entwicklerstudio Guerilla Games bereits über die Jahre einen Namen gemacht, wenn auch in einem ganz anderen Bereich als mit ihrem neuesten Werk, dem exklusiv für die PS4 erschienenen Horizon: Zero Dawn. Das Open World-Action-Adventure dürfte nun den Höhepunkt in der Geschichte des Entwicklerteams darstellen und darf sich schon jetzt zu einem der Highlights dieses Videospieljahres zählen.

In Horizon: Zero Dawn schlüpfen wir in die Rolle der rothaarigen Aloy, die mit ihrem Ziervater Rust in der Wildnis lebt. Wir steuern Aloy zu Beginn im Kindesalter und lernen hierbei die Steuerung und das Spielprinzip kennen, hübsch verpackt in einer spannenden Vorgeschichte, die bereits einige interessante Fragen aufwirft, denen wir im fortlaufenden Spiel auf den Grund gehen. Warum wurden die beiden von ihrem Stamm ausgestoßen? Wer ist Alroys Mutter? Und woher kommen eigentlich all die Maschinen, die das Land durchstreifen? Horizon: Zero Dawn legt viel Wert auf seine Charaktere und ihre Geschichte und besitzt damit einen durchaus starken Motor, den Zuschauer durchgehend bei Laune zu halten.

Doch nicht nur die interessanten Fragen und die Suche nach ihren Antworten treiben uns voran, generell handelt es sich um eine absolut faszinierende Welt, auf welche wir hier losgelassen werden. Auf der einen Seite stehen Natur und primitiv wirkende Stammeseinwohner, die ein wenig an Ubisofts Primal erinnern, auf der anderen Seite moderne Technologien und gewaltige Maschinen, die hier ihren Platz finden. Ein Kontrast, der sich gut zusammen fügt und seinen ganz eigenen Charme besitzt. Ebenso faszinierend sind die vielen sichtbaren Überreste einer vergangenen Zivilisation, die uns stets motivieren die Welt weiter zu erkunden. Oder einfach innezuhalten und die Szenerie zu bewundern. Denn eins muss direkt klargestellt werden: Horizon: Zero Dawn ist nicht nur designtechnisch absolut spitze, auch grafisch ist das Game schlichtweg atemberaubend und gehört damit zu den hübschesten Vertretern im Videospielbereich. Und dass das Ganze auch noch sauber programmiert und höchst flüssig läuft, zeigt, dass die PS4 und die PS4 Pro noch einiges auf dem Kasten haben.       

Horizon: Zero Dawn schaut jedoch nicht nur gut aus, es spielt sich auch großartig. Die offene Spielwelt hat zahlreiche Haupt- und Nebenaufgaben zu bieten, die größtenteils auch sehr stimmig ausfallen. Dabei wird erkundet, gekämpft, geklettert oder auch einige Rätsel gelöscht, Abwechslung ist dabei reichlich vorhanden. Vor allem das Kämpfen macht enormen Spaß und erlaubt uns, je nach persönlicher Präferenz, stets ein taktisches Vorgehen. Dabei lässt sich ganz brachial oder auch im Stillen, unter Einsatz von Stealth-Methoden, vorgehen. Jeder Gegner will zudem analysiert werden, um seine Schwachpunkte auszumachen. Bei Maschinen sind dies meist bestimmte Bauteile, die gegen bestimmte Schadensarten wie Feuer oder Eis besonders anfällig sind. Auch lassen sich einige von ihnen per Energiestab überbrücken, so dass sie fortan auf unserer Seite kämpfen oder sich reiten lassen. Da die Maschinen mit der Zeit immer tougher werden sind all diese Tricks unabdingbar, wer stumpf in den Kampf zieht wird vermutlich schnell den Kürzeren ziehen. Wer das Kampfsystem erst einmal beherrscht und seine Fähigkeiten sinnvoll einsetzt, dabei beispielsweise auf eine Maschine zurennt, in Zeitplupe unter ihr durchrutscht, während diese über uns hinwegspringt, und dabei seinen Bogen sprannt, um einen gezielten Treffer zu landen, kommt nicht so schnell aus dem Staunen wieder heraus. 

Wie in einem Rollenspiel werden unsere Erfolge mit Erfahrungspunkten belohnt, welche wir in diverse Skills investieren können. Diese unterteilen sich in Jäger-, Krieger- und Sammlerfähigkeiten und erlauben uns mit der Zeit den Abschuss mehrerer Pfeile gleichzeitig, das lautlose Erlegen von Gegnern oder das Austeilen von mehr Schaden, was jeweils wiederum mehr Spielraum in den Kämpfen erlaubt. Darüber hinaus sammeln wir allerlei Waffen und Outfits, die wir modifizieren können oder auch Gegenstände, die wir zum Craften benutzen. Mit letzterem erstellen wir so stets neue Munition, Fallen oder Tränke, können all das aber auch bei diversen Händlern einkaufen.

Die Horizon-Welt ist angenehm groß und steckt voller Liebe zum Detail. Auch wirkt sie sehr lebendig und ist gut gefüllt mit Bewohnern und Gegnern, was Open World-Spielen oftmals schwer fällt, sich in Horizon jedoch sehr gut anfühlt. Wer bloß die Haupthandlung verfolgt wird in etwa 30 Stunden mit dem Spiel verbringen. Durch das Hinzukommen von Nebenmissionen, der Erkundung der Welt sowie diversen Sammeltätigkeiten, die allesamt optional sind, darf man noch viele weitere Stunden hinzurechnen. 

 Fazit

Wunderschönes Open-World-Action-Adventure mit faszinierender Spielwelt, spannender Story, sympathischer Protagonistin und gelungenem Spielprinzip. Ein virtueller Ausflug, den sich kein PS4-Besitzer entgehen lassen sollte! 

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