3.5

MB-Kritik

Chum - Gefährliche Bestien 2026

Horror

3.5

Alice Eve
Eric Michael Cole
Jim Klock
Elle Haymond
Sarah Siadat
Johnny Gaffney
Lisa Yaro
Vince Jolivette
Robert Grose
Peppijna Dalli
Stephen Oliver

Inhalt

Ein frisch vermähltes Paar begleitet seine Freunde bei ihrer Traumhochzeit auf Malta auf einen Yachtausflug im Mittelmeer. Doch dort wartet nicht nur ein blutrünstiger Hai auf die Gruppe, sondern auch ein mysteriöser Fischer mit der finsteren Absicht, die Feier in eine tödliche Falle zu verwandeln. Schon bald verwandelt sich der sonnige Trip in einen nackten Überlebenskampf, währenddessen Geheimnisse ans Licht kommen und Loyalitäten zerbrechen.

Kritik

Spätestens seit Steven Spielberg 1975 Der weiße Hai in die Kinos brachte, gilt der Hai als gefährliche, menschenfressende Bestie und sorgt für Angst und Schrecken. Immer wieder gibt es Filme, die auf den großen Erfolg von Spielbergs Klassiker aufspringen wollen, dabei aber kläglich scheitern. Gerade in den letzten Jahren wird man das Gefühl nicht los, dass der Hai-Film geradezu inflationär produziert wird. Mit Chum – Gefährliche Bestien steht das nächste Exemplar bereits in den Startlöchern, um dem Publikum den Spaß am Badeaufenthalt an einem gemütlichen Strand zu verderben. Doch vor diesem CGI-Hai braucht eigentlich niemand Angst zu haben, denn erwartungsgemäß billig sieht der Räuber der Meere aus, sobald er sich aus seinen Gewässern wagt. Unter Wasser hingegen sind die Aufnahmen des CGHai sogar noch halbwegs passabel. Tatsächlich gibt es auch deutlich schlechtere Vertreter des Genres, was natürlich keine Rechtfertigung sein soll.

Die eigentliche Bestie in diesem Film ist dann auch gar nicht der Hai, sondern ein verbitterter Haihasser namens Roy (Jim Klock, Son of the South), der versucht, mit menschlichen Ködern den vermeintlich gefährlichen Räuber zu fangen. Dabei schreckt er nicht einmal davor zurück, seine ahnungslosen Opfer zu betäuben und in einem Haikäfig im Meer zu versenken. Das Leben anderer Menschen ist ihm vollkommen egal. Die Idee hinter dem Film ist dabei gar nicht einmal so schlecht, wenn man konsequenterweise auf den Hai als zweite Bestie verzichtet hätte. Doch so viel hat sich Regisseur Jonathan Zuck (Within the Darkness) dann offenbar doch nicht getraut, um von den bewährten Pfaden des Genres abzuweichen. Deshalb beginnt der Film bereits klischeehaft und bleibt diesem Niveau auch weitgehend treu. Eine Hochzeitsgesellschaft, bestehend aus dem jungen Ehepaar (Alice Eve, Freelance und Eric Michael Cole, White Squall - Reißende Strömung), der Schwester der Braut (Elle Haymond, The Cure) und den besten Freunden (Sarah Siadat, Neighborhood Watch, Johnny GaffneyLove New York und Lisa Yaro, Running on Empty), muss natürlich eine Bootsfahrt unternehmen. Wie üblich in solchen Filmen kann einer der Protagonisten nicht schwimmen, und auch sonst werden offensichtlich keine Klischees ausgelassen. Es wird geflirtet, was das Zeug hält. Das Ehepaar ist bereits von Anfang an zerstritten, weil der ach so tolle Investmentbanker sich nicht nur für benachteiligte Kinder einsetzt, sondern auch den Umweltschutz für sich entdeckt hat und monatelang freiwillig mit Greenpeace auf Reisen war. Seine Angetraute dagegen wittert die großen Karrierechancen und möchte nun in ihrer Kanzlei eine große Ölfirma vertreten.

Die übrigen Figuren bleiben dagegen komplett blass. Man erfährt kaum etwas über sie, und das ist letztendlich auch vollkommen in Ordnung, denn weitestgehend sind sie hier ohnehin nur eines: Haifutter. Die Effekte sind, abgesehen von den bereits erwähnten CGI-Effekten, nicht sonderlich spektakulär. Die abgetrennten Gliedmaßen sorgen dabei nicht für gruselige Momente, sondern eher für den einen oder anderen Lachanfall. Und so mag der Film zwar einigermaßen zu unterhalten, doch spätestens im großen Finale stellt sich die Frage, warum sich der Film über die gesamte Laufzeit so ernst genommen hat, wenn das Finale dann plötzlich in bester Sharknado-Manier daherkommt. Dass es sich hier um ein schnell abgedrehtes Werk handelt, merkt man auch an der leichten Geographie-Schwäche der Filmemacher. Obwohl der Film auf Malta spielt, berichtet ein Fernsehsender über Haischwärme vor Florida. Mehrmals wird Malta zudem im Film im hohen Norden verortet, wo es angeblich überhaupt keine Haie geben soll. Nun gut, über solche Ungenauigkeiten könnte man hinwegsehen, wenn die Handlung ansonsten noch brauchbar wäre. Das ist sie allerdings bei Weitem nicht. Weder der Spannungsaufbau gelingt wirklich, noch hält der Film ernsthafte Überraschungen parat. Trotz netter Idee ist der Film nach Schema F abgedreht worden, und seine Figuren sind wandelnde Klischees, die Entscheidungen treffen, die kein normaler Mensch jemals so treffen würde. Wer das Hai-Genre mag, kann hier vielleicht einmal reinschauen. Ansonsten verpasst man mit Chum – Gefährliche Bestien allerdings nicht viel.

Fazit

"Chum – Gefährliche Bestien" ist sicherlich nicht das neue „Hailight“ des Hai-Film-Genres, aber auch nicht unbedingt dessen schlechtester Vertreter. Mit einer gar nicht einmal so schlechten Ausgangsidee, eine menschliche Bestie als Gegenspieler zu integrieren, geht der Film durch seine klischeehafte Darstellung dennoch vollkommen unter. Sowohl das Haiverhalten als auch die Figuren sind dem Klischee-Baukasten entnommen, während der CGI-Hai spätestens dann gruselig schlecht wirkt, wenn er sich aus dem Wasser wagt. Wer guten Hai-Horror sucht, sollte dann doch lieber zum Klassiker "Der weiße Hai" greifen.

Autor: Andy Mieland
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