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MB-Kritik

In My Father‘s Room 2027

Drama

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Yu Aoi
Issey Ogata
Eri Watanabe
Eita Nagayama

Inhalt

Nachdem sie den Schlüssel zum Zimmer ihres verstorbenen Vaters erhalten hat, begibt sich Satomi, eine Mitarbeiterin des Kunstmuseums, auf die Spuren seiner letzten Tage. Sie entdeckt einen Mann, der in der Sprache, der Teezeremonie und den kleinen Dingen des Lebens stillen Trost fand, und erkennt die Würde seiner Lebensweise.

Kritik

Der Beruf der Protagonistin Maha Haradas feinsinnigen Regie-Debüts, für das die prominente japanische Autorin ihre Kurzgeschichte „An Unnecessary Man“ adaptierte, dient gleichsam als artistische Analogie zentrale Konzept des nuancierten Dramas. Als Wärterin in Tokyos Mori Art Museum lauscht Satomi (Yu Aoi, Asura) diskret den Unterhaltungen der Besuchenden über die ausgestellten modernen Kunstwerke. Letzt fordern geduldiges Hinsehen und einen Sinn für Abstraktion, denen beiden sich auch die Regisseurin in ihrer subtilen Studie einer Charaktererkundung widmet. 
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Von ihrer egozentrischen Mutter Shuko (Eita Watanabe, Good News), die sich mit dem bevorstehenden Konzert ihres umschwärmten K-Pop-Stars mehr beschäftigt als dem vierzigsten Geburtstag ihrer Tochter, erfährt Satomi vom kürzlichen Tod ihres Vaters. Yuichi (Issey Ogata, The Imaginary) war allein am Ende seines unscheinbaren Lebens, dessen Einsamkeit und Ereignislosigkeit Satomis isolierte Existenz spiegelt. Ein mysteriöser Schlüssel im Nachlass ihres Vaters, den sie nach seinem Tod endlich kennenlernen will, wird zum symbolischen Öffner einer neuen Perspektive auf die Dinge, die ein Leben erfüllt machen. 
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Für Yoichi gehörten dazu Teezeremonien, Poesie und Tempel-Besuche, zu denen seine Tochter sich schon hingezogen fühlt, bevor sie darin eine verborgene Verbindung zu ihm entdeckt. Yoshio Kitagawas Kamera studiert die rituelle Zubereitung des Tees in Szenen, deren Expressivität und gerade Linien an klassische japanische Zeichnungen und Holzschnitte erinnern. Indem Satomi Yuichis alltägliche Routinen nachlebt, gibt sie ihrer eigenen Existenz eine neue Tiefe. Parallel entdeckt sie in schmerzlichen Geheimnissen die Ursache der Distanz, die sie nun überwindet. 

Fazit

Der Titel der selbstverfassten Kurzgeschichte, mit dessen Adaption sich Autorin Maha Harada ein neues Medium erschließt, zitiert eine Bezeichnung des heimlichen Hauptcharakters als „unnützen Menschen“. In ihrer hintergründigen Charakterstudie, die als filmisches Diptychon zwei einander gegenübergestellte Persönlichkeiten erschließt, widerlegt die Regisseurin und Drehbuchautorin diese oberflächliche Definition von Nutzen als materielle Produktivität. Intellektuelle, kreative und ästhetische Güter eröffnen sich als abstrakte Substanz, sowohl für die Charaktere als auch die elegante Inszenierung. Deren kongeniale Kameraaufnahmen und sensibles Schauspiel schaffen eine Aura sinnlicher Sublimierung. 

Autor: Lida Bach
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