7.3

MB-Kritik

Felicia, mein Engel 1999

Drama, Crime, Thriller, Suspense – UK, Canada

7.3

Bob Hoskins
Elaine Cassidy
Arsinée Khanjian
Peter McDonald
Gerard McSorley
Brid Brennan
Sheila Reid
Nizwar Karanj
Ali Yassine
Kriss Dosanjh
Bob Mason
Claire Benedict
Julie Cox
Sandra Voe
Mark Hadfield
Danny Turner

Inhalt

Die junge Irin Felicia reist, von ihrem Vater verstoßen, nach Birmingham, um ihren Freund John, von dem sie schwanger ist, zu suchen. Doch die Rasenmäherfabrik, in der er arbeiten soll, findet sie nicht. Stattdessen macht sie die Bekanntschaft von Hilditch, einem freundlichen, älteren Herrn, der in einer Werkskantine als Küchenchef arbeitet. Je länger die (vergebliche) Suche nach dem Freund andauert, desto merkwürdiger entwickelt sich die Beziehung zwischen den beiden einsamen Kreaturen, die letztlich ein unerwartetes Ende finden wird.

Kritik

Wenn man sich auf die Suche nach einer vermissten Person begibt, kann es sein, dass man jemanden findet, den man gar nicht finden wollte. Felicia (Elaine Cassidy, Final Fight) setzt alles auf eine Karte und verlässt ihre Heimat, um ihren Freund John (Peter McDonald, The Batman) zu finden. In Birmingham angekommen, muss sie sich der harten Realität stellen, dass ihre Suche gar nicht so einfach ist, wie sie es sich womöglich vorgestellt hat. Felicia, mein Engel ist ein Film aus dem Jahre 1999 und diese zeitgenössische Prägung ist unverkennbar, weil der Film vollkommen unaufgeregt startet und sich nach einem sehr langen Intro immer noch viel Zeit lässt, um dem Zuschauer die Lebenslage und die Situation, in der die junge Frau steckt, näherzubringen. Sie ist ungewollt schwanger und macht sich auf die Suche nach dem Vater ihres Kindes. Sie klappert verschiedene Betriebe ab und fragt jeden nach ihrem Freund. Nach einer halben Stunde der Laufzeit passiert immer noch nichts Aufregendes und sie lernt lediglich einen älteren, hilfsbereiten Herrn (Bob Hoskins, Meerjungfrauen küssen besser) kennen, der ihr mehrmals seine Hilfe bei der Suche anbietet.

Zwischendurch werden die Rückblicke von Felicias Leben in Irland eingeblendet, die genauso entspannt und kein bisschen fesselnd sind. Erst wenn die Figur des freundlichen alten Herrn anfängt, sich mehr zu entfalten und ihr wahres Gesicht zu zeigen, nimmt der Film allmählich an Fahrt auf. Bob Hoskins spielt seine Rolle hervorragend und lässt das Publikum im Ungewissen. Was hat der alte Mann mit der jungen Frau vor? Was führt er im Schilde? Und warum ist er so besessen von seiner Mutter? Sobald man sich all diese Fragen stellt, wird der Film so richtig interessant. Ab diesem Moment wird es tatsächlich doch noch spannend. Auch die Atmosphäre verändert sich und die Szenen mit Bob Hoskins werden wiederholt mit bedrohlicher Musik untermauert. Diese Musik wirkt teilweise sehr penetrant und laut, passt dennoch perfekt zu den jeweiligen Szenen.

Auch die Beziehung zwischen den beiden Figuren und die Entwicklung dieser Beziehung werden nachvollziehbar dargestellt und authentisch aufgebaut, sodass man immer mehr in das Geschehen hineingezogen wird. Lediglich der Abschluss des Films wirkt irgendwie unvollständig. Es ist sicherlich ein vertretbares Ende und dennoch ein Ende, das nicht alle Fragen klärt und Interpretationen freien Raum gibt. Es wird beispielsweise nicht abschließend geklärt, aus welchem Grund der ältere Mann sich so verhält. Es ist schon klar, dass es mit seiner Kindheit und der Beziehung zu seiner Mutter zusammenhängt, doch es wird nicht direkt beantwortet, wie es so weit kommen konnte. Was Felicia angeht, gibt es auch hier mindestens eine offene Frage, auf die aus Spoilergründen nicht eingegangen wird. Im Großen und Ganzen ist der Film jedoch sehenswert und die meisten Zuschauer wird es bestimmt nicht stören, dass sie sich manche Fragen selbst beantworten müssen.

Fazit

„Felicia, mein Engel“ entfaltet erst spät seine volle Wirkung. Wenn der Film jedoch erst einmal loslegt, dann zeigt er seinen fesselnden Charakter. Bob Hoskins spielt die Rolle des geheimnisvollen alten Mannes ausgezeichnet. Die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren stimmt, die Spannung steigt stetig und die bedrohliche Atmosphäre wird durch passende Musik untermauert.

Autor: Yuliya Mieland
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