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MB-Kritik

Five More Minutes 2026

Comedy, Fantasy – Spain

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Berto Romero
Belén Cuesta
Javier Cámara
Carlos Bernardino
Marc Soler
Cláudia Mello
Puchi Lagarde
Tian Tosas
Nia Tosas

Inhalt

Ein Ehepaar in der Krise verbringt ein Wochenende auf dem Land in einem abgelegenen Haus. Ein Mitarbeiter der Agentur zeigt ihnen das Haus und händigt ihnen die Schlüssel aus. Bevor er geht, geschieht etwas Außergewöhnliches: Die Welt gerät in eine Zeitschleife.

Kritik

Die titelgebende Zeitspanne Javier Ruiz Calderas (Malnazidos) sarkastischer Sci-Fi-Satire entspricht in etwa der verdienten Aufmerksamkeitsspanne des stagnativen Szenarios. Dessen Mix dramaturgischer Desintegration und dramatischer Destruktion spiegelt auf bizarre Weise die Handlung, in der nichts vorangeht und trotzdem im Titel-Takt alles immer schlimmer wird. Eine 5-minütige-Zeitschleife fängt das zerstrittene Paar Toni (Drehbuchautor Berto Romero, Super Drama Movie - Das kommt mir spanisch vor) und Bárbara (Belén Cuesta, Cortafuego - Umgeben von Feuer) und ihren Airbnb-Host Carlos (Javier Cámara) während eines Kurzurlaubs bei der Schlüsselübergabe zu einem entlegenen Ferienhaus ohne WiFi und Netz. 

Gerade als Bárbara und Toni sich von ihrem Gastgeber verabschieden wollen, stehen sie wieder an der gleichen Stelle vor dem Haus, an der sie vor fünf Minuten waren. Die Zeit ist zurückgespult, doch aller drei Erinnerungen sind noch intakt und, wie sie in den folgenden Zeitsprüngen immer zurück an den gleichen Moment lernen, auch physische Konditionen bleiben unverändert. Letztes ist von entscheidender Bedeutung angesichts des sinnlosen Sadismus, den Panik und Paranoia in der surrealen Situation kreieren. 

Das äußerlich biedere Protagonisten-Paar entfaltet ein beachtliches Gewaltpotenzial, dem als Erstes die kleine Tochter des Nachbarn zum Opfer fällt. Doch von einem satirischen Sittenbild bildungsbürgerlicher Brutalität ist die auf mehreren Ebenen repetitive Revue so weit entfernt wie von übernatürlicher Suspense oder inszenatorischer Innovation. Gleich den Figuren wiederholt Caldera die gleiche ein ums andere Mal, ohne psychologische oder konzeptionelle Weiterentwicklung. Gags erschöpfen sich in sadistischer Slapstick und spießbürgerlichen Sketchen. So eintönig wie die zentrale Zeitschleife, nur bedeutend langwieriger. 

Fazit

Das Déjà-vu Erlebnis der Hauptfiguren Javier Ruiz Calderas paranormalen Parabel teilt das Kinopublikum, das die derivative Dramaturgie schon dutzende Male besser umgesetzt gesehen hat. Groundhog Day, Happy Death Day, Palm Springs und Before I Fall sind nur einige der Titel, bei denen sich die generische Groteske bedient. Die elliptische Eskalation wird zum schadenfrohen Selbstzweck, während prätentiöse Phrasen („Handlungen haben Konsequenzen“) ohne narrative Relevanz bleiben. Das chargierende Schauspiel betont die spekulative Schaulust der sinn- und ziellosen Zeitreise-Story. 

Autor: Lida Bach