Inhalt
Das Special wird vor einem Live-Studiopublikum aufgezeichnet und beinhaltet ein exklusives, ausführliches Interview mit Miley Cyrus, moderiert von Alex Cooper. Das Gespräch gewährt einen intimen Einblick in die Entstehung einer der ikonischsten Figuren der Popkultur und beleuchtet den nachhaltigen Einfluss, den sowohl die Serie als auch ihre Hauptfigur bis heute auf Fans weltweit haben. Mit einer Mischung aus herzlicher Nostalgie und einer frischen Perspektive blickt Cyrus auf die Momente, die Musik und die Erinnerungen zurück, die eine ganze Ära geprägt haben. Die Zuschauer dürfen sich außerdem auf bislang unveröffentlichtes Archivmaterial freuen, während einige der bekanntesten Sets aus „Hannah Montana“ wieder zum Leben erweckt werden – darunter das Wohnzimmer der Familie Stewart und der legendäre Hannah-Montana-Kleiderschrank. Außerdem werden ein paar wohlbekannte *Noten* ihren Weg zurück ins Rampenlicht finden …
Kritik
Zwanzig Jahre ist es nun schon her, dass Hannah Montana in den USA an den Start ging. Seit damals hat Miley Cyrus (Lol) eine unglaubliche Wandlung vollzogen und entwickelte sich genauso wie die Figur, die sie verkörperte, zum gefeierten Superstar. Dabei war sie damals ein 11-jähriges Mädchen, das über keinerlei schauspielerische Erfahrung verfügte, doch einen berühmten Vater an ihrer Seite hatte, der sogar in der Serie ihren Vater mimen durfte. Nach so vielen Jahren schaut die bereits erwachsene Miley nostalgisch auf ihre Vergangenheit und schwelgt in Erinnerungen an die unbeschwerte Zeit, als sie noch als Hannah Montana vor der Kamera stand. Miley performt den Titelsong „Best of Both Worlds“ vor ihren Fans, spaziert durch die Kulissen der Serie und lässt sich von der Podcasterin Alex Cooper interviewen. Sie erklärt, wie es zu dem Special kam, welche Klamotten sie mochte, und erzählt, wie dankbar sie ist, dass ihr Leben als Kinderstar so wundervoll war und wie stolz sie darauf ist, dass sie die Leute mit dieser Serie zum Lachen gebracht hat.
Dabei vergisst sie offenbar, dass auch andere Schauspieler zum Erfolg der Serie beigetragen haben, und lädt sie nicht einmal zum Special ein. Natürlich ist ihr Vater Billy Ray Cyrus in dem Special zu sehen, doch was ist mit den Schauspielern, die ihre besten Freunde verkörpert haben? Emily Osment (Christmas Wonderland) und Mitchel Musso (Killer Beach)? Was ist mit dem Schauspieler, der ihren Bruder(Jason Earles, Karate-Chaoten) verkörpert hat? Diese Menschen waren ein wesentlicher Bestandteil der Serie und haben gemeinsam mit Miley dafür gesorgt, dass die Serie so witzig, originell und so großartig war, und trotzdem tauchen sie in dem Special nicht auf. Stattdessen besteht das Special mehr oder weniger aus einer One-Woman-Show und wenn in diesem Special andere Menschen auftauchen, dann nur, um zu bekräftigen, wie wundervoll Miley Cyrus in ihrer Rolle als Hannah war. Riesengroße Fans von Miley Cyrus werden trotz dieser Selbstbeweihräucherung sicherlich viel Spaß mit diesem Special haben, doch die Fans der Serie könnten durchaus enttäuscht sein.
Wenn man allerdings großzügig darüber hinwegsehen kann, dass das Hannah-Montana-Special sich hauptsächlich um Miley Cyrus dreht, wird man mit großer Freude zusehen, wie Miley mit ihrem Vater die alten Dialoge nachspricht, mit ihrer Mutter über die Serie redet und sich der Bewunderung ihrer Fans stellt. Alles an diesem Special wirkt so steril und wenig überraschend und man wird den Eindruck nicht los, dass alles bis ins kleinste Detail geplant wurde. Gute Planung ist die halbe Miete, doch wenn man aus tausend Kilometer Entfernung erkennt, dass jedes Gespräch mehrmals geprobt wurde, dann verliert das Special irgendwie an Leichtigkeit. Alles wirkt so unglaublich steif, sogar die Gespräche zwischen Miley und ihrem eigenen Vater, und das macht das Special insgesamt eher durchwachsen. Dennoch sollte sich jeder seine eigene Meinung darüber bilden und große Miley-Cyrus-Fans machen auf jeden Fall alles richtig, wenn sie dem Special eine Chance geben.
Fazit
Das „Hannah Montana 20th Anniversary Special“ dreht sich im Großen und Ganzen um Miley Cyrus. Angesichts der Tatsache, dass sie die Hauptrolle spielt, ist das vielleicht nicht sonderlich überraschend. Was dennoch auffällt, ist, dass die Interviews ihrer Schauspielkollegen und -kolleginnen, die wichtige Rollen spielten, gänzlich fehlen. Das macht dieses Special ziemlich einseitig und hinterlässt einen faden Beigeschmack. Wenigstens ist Billy Ray Cyrus bei dem Special dabei. Wer in Erinnerungen an die Serie schwelgen will und gerne dabei zusieht, wie Miley sich selbst lobt und pausenlos von anderen gelobt wird, hat mit diesem Special bestimmt viel Spaß. Alle anderen werden sich daran erinnern, dass der Erfolg der Serie nicht allein Mileys Verdienst war und dass die anderen Schauspieler auch ziemlich viel dazu beigetragen haben, was in diesem Special leider überhaupt nicht problematisiert wird.
Autor: Yuliya Mieland