2.0

MB-Kritik

Ice Cream Man 2026

2.0

Ari Millen
Benjamin Byron Davis
Karen Cliche
Dylan Hawco
Sarah Abbott
Shiloh O’Reilly
Kiori Mirza Waldman
Charlie Zeltzer
Charlie Storey
Eli Roth
Andriah Bryan
Darrin Baker
Kole Parks
Snoop Dogg
Rodrigo Fernandez-Stoll
Alex Armbruster

Inhalt

Eine idyllische Kleinstadt verfällt dem Wahnsinn, als ein Eisverkäufer Kindern süße Leckereien mit erschreckenden Folgen serviert.

Kritik

Während draußen die Hitze tobt, gibt es für die süßen Kleinen schnell eine Abkühlung, für die der creepy dreinschauende Ice Cream Man (Ari Millen, The Oak Room) sorgt. Nur aus irgendeinem Grund ist Jared (Charlie Zeltzer, A Teacher) der einzige Junge, der den Ice Cream Man für verdächtig hält. Alle anderen sind derart geblendet von der Möglichkeit, sich sofort ein leckeres Eis zu gönnen, dass sie alle Vorsicht vergessen. So viel zu der Story, die bereits im Trailer die Prämisse des gesamten Films offenbart. Ice Cream Man verfolgt ziemlich geradlinig seine Mission, bei der die Kinder die Erwachsenen einen nach dem anderen abschlachten. Dabei ist Eli Roths Handschrift unverkennbar und Ice Cream Man hat atmosphärisch einige Anleihen aus Thanksgiving. Nur leider macht es sich der neueste Film von Eli Roth fast schon zu einfach, weil er im Gegensatz zu Thanksgiving kaum eine Handlung hat. Der eine oder andere könnte dennoch mit der sadistischen Art und Weise des Films voll und ganz zufrieden sein.

Wer darauf steht, dabei zuzusehen, wie Körperteile abgetrennt werden, die Schädeldecke geöffnet wird und Köpfe abgesägt werden, der wird mit diesem Film überglücklich sein. Ice Cream Man hat wirklich einige brutale und gut gemachte Szenen zu bieten, auch wenn er in mancherlei Hinsicht auch Schwächen hat. Es dürfte jedem klar sein, dass im Film keine echten Köpfe rollen, doch in den meisten Filmen werden diese Sequenzen nur solange gezeigt, bis der Zuschauer sich erschreckt, weil es sich für ihn so echt anfühlt. Bei Ice Cream Man besitzt Eli Roth jedoch so viel Selbstbewusstsein, den abgetrennten Kopf solange im Bild zu lassen, dass man deutlich sieht, dass es sich nur um eine Gummimaske handelt. Das zerstört in gewisser Weise die Illusion. Gerade, wenn man auf sehr brutale Horrorfilme steht, möchte man es nicht so offensichtlich sehen, dass alles nur aus Gummi und Kunstblut besteht. Glücklicherweise hat Ice Cream Man noch genug andere Szenen, die ziemlich echt aussehen und die zartbesaiteten Zuschauer definitiv triggern könnten. 

Eli Roth kreiert von Anfang an eine bedrohliche und düstere Atmosphäre mit dazu passender Musik und eine gewisse Vorahnung bestätigt sich recht schnell, wenn die kleinen Ice-Zombis anfangen, so richtig durchzudrehen. Nur leider vermag sich der Film nie so richtig zu steigern. Er bleibt stets auf demselben Level der Aufregung. Es wird recht schnell klar, was da gerade passiert, und es kommt zu einer regelrechten Gewaltorgie, die jedoch nie intensiviert wird. Man fühlt sich schon nach den ersten drei Morden vollkommen übersättigt. Das Problem dabei ist, dass die Figuren auch kaum vorgestellt werden und quasi nur als Kanonenfutter dienen und man überhaupt kein Mitleid für sie empfindet. Die einzige Familie, die ordentlich präsentiert wird, ist die Familie des kleinen Jared und Eli Roth ließ es sich nicht nehmen, seinen Vater zu spielen. Auch die Auflösung des Films ist recht simpel und die Idee dazu ist definitiv nicht neu. Sicherlich wird der eine oder andere am Ende noch überrascht sein, allerdings nur, wenn man Eli Roths Filme nicht kennt. Wenn man sie kennt, dann wird man sicherlich feststellen, dass das Ende geradezu typisch für ihn ist. 

Fazit

„Ice Cream Man“ serviert eine übertriebene, mitunter sogar lustige Gewaltorgie mit einer recht simplen Story. Wer keine vernünftige Handlung erwartet und auf brutale Szenen steht, wird mit „Ice Cream Man“ definitiv glücklich werden. Eins muss man Eli Roth lassen: Er kennt viele einfallsreiche Tötungsmethoden.  

Autor: Yuliya Mieland
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