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MB-Kritik

The Birds 2026

Mystery, Sci-Fi, Fantasy

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Kang Kyung-hun
Sim Su-bin
Lee Na-ra
Ryu Kyung-soo
Jung Hee-tae
Lee Hyo-je

Inhalt

Yeok, eine Lehrerin mittleren Alters, die ihren Sohn und ihre Tochter allein großzieht, wird Zeugin, wie Schüler vom Dach ihrer Schule in den Tod stürzen. Als sie erfährt, dass auch ihre Tochter Hyejeong am Unglücksort anwesend war, drängt sie diese zu einer Erklärung, doch Hyejeong wiederholt stets dieselben Worte: „Da war ein Vogel am Himmel.“ Während sich die seltsamen, unerklärlichen Todesfälle häufen, machen sich Yeok, ein über den Fall berichtender Reporter und ein Streamer, der einen Kanal zur Vogelbeobachtung betreibt, auf den Weg zum Lebensraum der Vögel.

Kritik

Ein Hauch von Hitchcock liegt drohend über Sohn Hyun-Loks symbolistischen Spielfilm-Debüt, das in der ominösen Präsenz der gefiederten Kreaturen dennoch eine ganz eigene Parabel findet. Die Sehnsucht nach der buchstäblichen Loslösung von der erdrückende Schwere menschlicher Existenz wird zur tödlichen Falle für diejenigen, die ihr nachgeben. Doch die Alternative eines Lebens in der depressiven Isolation nur noch formaler sozialer Gemeinschaft ist womöglich die schlechtere Wahl. Die Natur schafft in dem eigenwilligen Mystery-Märchen eine bizarre Zuflucht in Form von eskapistischer Ekstase, deren abruptes Ende tödlich ist. 


Diese brutale Konsequenz illustriert die prologartige Anfangsszene, in der eine Gruppe Jugendlicher auf dem Dach ihrer Schule Musik hören und sich trieben lassen. Erst nur im übertragenen Sinn, dann wortwörtlich. Im nächsten Moment sieht die Lehrerin Ye-ok (Kang Kyunghun) einen der Schüler zu Boden stürzen. Als sie auf das Dach eilt, liegen schon drei tot auf der Erde. Nur ihre traumatisierte Hyejeong (Sim Su-bin) ist nicht gesprungen - oder gestürzt. Ihre Mutter scheint wenig erfreut über ihr Überleben und beschuldigt sie noch vor der Polizei des Mordes. 


Die familiäre Härte ist prägend für den menschlichen Umgang in der soziologischen Fabel, deren frostige Winterlandschaften und fahles Naturlicht die emotionale Kälte innerhalb der menschlichen Gemeinschaft katalysieren. Das kryptische Szenario folgt den bewährten Spuren des Mystery-Dramas, als es die schroffe Protagonistin bei ihren eigenmächtigen Nachforschungen begleitet. Wie in Daphne du Mauriers gleichnamiger Kurzgeschichte sammeln sich Krähen, scheinbar kontrolliert von einem übergeordneten Willen. Ob jener ein kollektiver Urinstinkt sein soll, außerirdische Wesen oder spirituelle Kräfte bleibt vage in der paranormalen Parabel mörderischer Mystifizierung.


Fazit

Gleich eines cineastischen Weird Tale entspinnt sich Sohn Hyun-lok rudimentäres Genre-Debüt aus gespenstischen Berichten und beunruhigenden Beobachten an der Grenze von Normalität und Horror. Die Fauna besitzt in der fragmentarischen Handlung scheinbar ein intuitives Gespür für menschliche Befindlichkeiten, die sie grausam ausnutzt oder heilt. Allerdings entsprechen die amateurhaften Effekte mehr einem Kinderfilm mit ihrer naiven Unmittelbarkeit. Skurrile Fantasy-Szenen prallen auf grimmige Gesellschaftskritik. Deren übergreifende Motiv elterlicher Gleichgültigkeit und Grausamkeit gegenüber jugendlicher Apathie evoziert eine psychopathologische Parabel, die nur momentweise fliegt - und dann umso tiefer abfällt.

Autor: Lida Bach