6.8

MB-Kritik

Lee Cronin's The Mummy 2026

6.8

Jack Reynor
Laia Costa
May Calamawy
Natalie Grace
Shylo Molina
Billie Roy
Veronica Falcón
Hayat Kamille
May Elghety
Emily Mitchell
Husam Chadat
Tim Seyfi
Mark Mitchinson
Gideon Emery
Dean Allen Williams
Gerald Papasian

Inhalt

Die junge Tochter eines Journalisten verschwindet spurlos in Kairo. Als sie acht Jahre später plötzlich wieder auftaucht, ist die Familie fassungslos vor Glück. Doch aus dem vermeintlich freudigen Ereignis entwickelt sich schnell ein Albtraum.

Kritik

Ein neuer Mumie-Film. Wer zuvor keine Trailer gesehen hat, denkt jetzt: cool, zurücklehnen und sich wie ein Sandkorn im Wind durch ein aufregendes Abenteuer mit Pyramiden und Horrorelementen treiben lassen. Puste(sand)kuchen! Lee Cronin's The Mummy entpuppt sich unter den Lagen aus Leinenbinden als Selbstkopie eines Sequels eines Remakes. Doch wickeln wir den Schwachsinn von vorne auf. 

Der Film beginnt ganz amüsant. Dann mutiert die einleitende Szene aber schnell zu einem typischen Intro mit billigem Schocker und lahmem Gore. Cut auf die Hauptfamilie. Ja, Lee Cronin's The Mummy ist ein Familienfilm – irgendwie. Und er sieht direkt merkwürdig aus: komische Perspektiven, ungünstige Nahaufnahmen, doofe Verzerrungseffekte. So schleicht sich eine gewisse cineastische Slapstick ein – mitsamt Raimi-Vibes à la Drag Me to Hell (nur dass der gelungen ist).

Die Vibes lassen nicht nach: Der deformierte Look des Mumienmädchens erinnert an The Hills Have Eyes, zuckende Bewegungen, dämonisches Gackern und übertriebenes Kotzen an Exorzismus-Filme. Lee Cronin's The Mummy wirkt schnell so, als hätte man verschiedene Puzzles vermischt – logisch, dass die einzelnen Teile dann nicht zusammenpassen.

Der Haupteinfluss ist das „Tanz der Teufel“-Universum und stilistisch besonders Evil Dead Rise. „Witzig“, weil letztgenannter Film ebenfalls von Lee Cronin stammt. Es gibt eingestaubte Tonbandaufnahmen, uralte bösartige Zeichnungen, schwebende Körper und sogar eine waschechte Hommage an die ikonische Szene, als die Dämonin durch den Spalt in der Kellerluke giert. Wer sich im Universum tanzender Antichristen auskennt, will sich spätestens hier selbst mumifizieren und einsargen. Old Line Cinema lässt grüßen.

Die Gruselversuche und Schocker stammen überwiegend aus dem 1-Cent-Laden. Und warum bewegen sich Besessene immer wie aufgeregte Affen mit Schlagseite? Kurz mal überlegen, was eigentlich positiv war … es gibt ein paar nette Goreszenen, aber auch dahingehend reizt der Film den Spaß nicht aus – das macht Evil Dead Rise mit einem klaren Blutfokus besser. Die Trauerfeiereskalation regt kurz zum Schmunzeln an. Insgesamt ist das nicht viel. Lee Cronin's The Mummy ist ein freches und zugleich stümperhaftes filmisches Wiederkäuen.

Fazit

Die Neuauflage aus Altbekanntem stammt halt aus der „James Wan“- und „Jason Blum“-Schmiede. Und in der gibt es Schablonen, die sich als funktionsfähig erwiesen haben. Dazu gehören Elemente wie Jumpscares (wie oft, zur Hölle, läuft noch jemand oder etwas mit musikalischem Knall quer durchs Bild?), ausgereizte Licht-Schatten-Spiele, Dämonenstimmen, die mindestens so nervig sind wie Autotune, und eine allgemein hohe Lautstärke – da klingt selbst eine Videokassette, die auf einen Tisch gelegt wird, wie eine Abrissbirne. Anders ausgedrückt: Ja, auch „Lee Cronin's The Mummy“ wird leider seine Fanbase finden.

Autor: André Gabriel
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