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"A Knight of the Seven Kingdoms" - Kritik zur 1. Staffel

Gottzo

Von Gottzo in "A Knight of the Seven Kingdoms" - Kritik zur 1. Staffel

"A Knight of the Seven Kingdoms" - Kritik zur 1. Staffel Bildnachweis: @HBO Max | Szene aus "A Knight of the Seven Kingdoms"

Inhalt

Prequel-Serie zu „Game Of Thrones“. Etwa hundert Jahre vor der Serie zieht der unerfahrene, aber tapfere Ritter Ser Duncan der Große (Peter Claffey) durch Westeros. An seiner Seite reist Egg (Dexter Sol Ansell), ein kleiner Knappe. Die Targaryens herrschen weiterhin über den Eisernen Thron, und die Erinnerung an die letzten Drachen liegt noch nicht weit zurück. Inmitten politischer Spannungen und rivalisierender Adelshäuser geraten Dunk und Egg immer wieder zwischen die Interessen Mächtiger. Auf ihren Wegen durch das Reich stellen sich die ungleichen Gefährten großen Herausforderungen, treten neuen Verbündeten gegenüber und begegnen gefährlichen Gegnern.

Kritik

Die ersten sechs Staffeln von Game of Thrones zählen zweifelsohne zum großartigsten, was die Serienlandschaft zu bieten hat. Dies war auch der Grund, warum sie einen Hype auslöste, den man erst wieder in Stranger Things beobachten konnte. Jeder schaute die Folgen und sprach anschließend in Foren darüber. Da ist es nicht verwunderlich, dass HBO zusätzlich zum ziemlich gelungenem Spin-Off House of the Dragon noch einige weitere Geschichten aus Westeros auf die Bildschirme bringen wird. Den Anschluss an House of the Dragon macht nun kurz nach dem Deutschlandstart von HBO Max A Knight of the Seven Kingdoms. Als Fan von den bisherigen Serien aus George R.R. Martins Fantasy-Welt sollte man seine Erwartungen aber definitiv anpassen, da diese Serie deutlich kleiner und günstiger ist als seine Vorgänger. Das Budget beträgt rund 10 Millionen US-Dollar pro Folge, was lediglich die Hälfte des Budgets von House of the Dragon ist, und außerdem hat die erste Staffel von A Knight of the Seven Kingdoms nur sechs Folgen mit insgesamt knapp über drei Stunden Lauflänge und spielt zum Großteil in einer Location.

An diesen Unterschied wird man sich erstmal gewöhnen müssen, da es durch dein Production Value und seine geringe Vielfalt an Drehorten deutlich anders wirkt als Game of Thrones. Ein weiterer Aspekt, der dafür sorgt, dass in den ersten Folgen kaum das Gefühl entsteht, eine Serie aus der Welt von Das Lied von Eis und Feuer zu sehen, ist die Art und Weise, wie Humor eingesetzt wird. Game of Thrones hatte definitiv viele humoristische Momente, hat aber in jeder Situation seine Charaktere ernst genommen. Hier fühlt es sich häufig leider zu albern und dadurch tonal unausgeglichen an, wodurch die Bindung zu den Figuren erschwert wird.

Der ehemalige Rugby Spieler Peter Claffey als großer, unbeholfener Heckenritter Duncan macht seine Arbeit aber wirklich überzeugend, wodurch wir ihm als Zuschauer trotzdem ins Herz schließen können und bei schmerzhaften Erlebnissen mit ihm fühlen. Aus diesem Grund funktioniert auch die Dynamik zwischen den Charakteren vor allem mit Egg und Duncans Freund Raymun (Shaun Thomas) tadellos. Dies ist auch die glasklare Stärke der Serie: Die Charaktere und wie menschlich und nahbar, aber gleichzeitig auch komplex sie sich anfühlen und geschrieben sind.

Es gibt aber dennoch weitere Aspekte, bei denen sich A Knight of the Seven Kingdoms nicht mit Ruhm bekleckert. Zum einen stützt sich die Serie nämlich in gewissen Story-Entwicklungen, Bedeutungen von bestimmten Charakteren und Adelshäusern und dem Einsatz des Scores auf die Nostalgie zu Game of Thrones. Das ist auch eigentlich nicht weiter schlimm, weil es in Folge vier für einen der besten Momente der Staffel sorgt, bei dem man mit Gänsehaut vor dem Bildschirm sitzt. Leider lässt es sich die Serie aber nicht nehmen, auch Makel von späteren Game of Thrones Staffeln zu übernehmen, nämlich beispielsweise das Biegen der Logik zugunsten der Inszenierung. In einer der späteren Folgen gibt es einen Kampf, der mit verschiedenen Sichtweisen, dynamischen Kamerafahrten, authentischen Nahkämpfen mit roher Gewalt und Spannung beweist, dass verstanden wurde, wie man Kämpfe zu inszenieren hat. Allerdings ist der gesamte Kampf, so wie er erzählt wird, völlig an den Haaren herbeigezogen und lässt jede Logik vermissen.

Zum anderen wird der Spannungsaufbau innerhalb einer Folge teilweise so auf die Spitze getrieben, dass die Spannung nicht im Raum greifbar wird, sondern komplett verpufft und Desinteresse zurücklässt. All das ist unfassbar schade, weil man insbesondere durch die charismatischen Darsteller und das Charakter-Writing merkt, dass weiterhin großes Potential in der Serie schlummert. Es bleibt zu hoffen, dass dieses in der zweiten Staffel nicht nur für einige Momente, sondern durch die Bank weg zu spüren ist.

Fazit

Die erste Staffel von “A Knight of the Seven Kingdoms” lässt sich durch seine kurze Laufzeit, den humoristischen Ton und die vielseitigen Charaktere gut bingen. Man sollte sich allerdings darauf einstellen, dass erzählerisch und tempotechnisch nicht alles aufgeht, weshalb ein gemischter Gesamteindruck entsteht. Alle Fans der bisherigen Werke aus George R.R. Martins Fantasy-Welt sollten aber definitiv einen Blick riskieren.

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