Die sensible Inszenierung Sophie Heldmans filmischer Revision des realen Justizfalls befasst sich ebenso mit ihren Figuren wie deren zeithistorischen Gesellschaftsrahmen. Weiche Farben und lange, distanzierte Einstellungen schaffen einen um Differenzierung bemühten Gegenentwurf zu Lilian Hellmanns und William Wylers Adaptionen. Deren verkappter Rassismus und Queerphobie zeigen sich bedrückend deutlich gegenüber Heldmans subtiler Demaskierung institutionalisierter Ressentiments und sozialer Strukturen, die Zugehörigkeit über die Ausgrenzung anderer definieren. Die formale Konvention des schauspielerisch überzeugenden Dramas wird zum inszenatorischen Marker dessen eigener Vorurteile. Dass Jane die Wahrheit sagt, scheint genauso ausgeschlossen wie eine rein platonische Beziehung der Beschuldigten.
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