Nachdem Tizza Covi und Rainer Frimmel in nahezu jeder Sektion der Berlinale vertreten waren, scheint es fast unvermeidlich, dass ihr semi-biographisches Persönlichkeitsporträt nun im Wettbewerb landet. In ihrer charakteristischen Kombination dokumentarischer und fiktiver Elemente stilisiert ihr lethargisches Lamento den Verlust des Wunsch-Wohnraums zur Erosion urbaner Identität. Dass ausgerechnet ein weißes, alt-eingesessenes Bildungsbürgertum als Opfer sozialstruktureller Verdrängung dargestellt wird, gibt dem zähen Szenario einen politisch fragwürdigen Unterton. Beiläufige Begegnungen, ein Gitarren-Solo und endloses Reminiszieren ergeben kaum mehr als privilegierten Pathos.