Wäre es nicht so undenkbar, dass in Cannes zweimal nacheinander eine Regisseurin den Wettbewerb gewinnt, wäre Kelly Reichardts doppelbödiges Heist-Movie der perfekte Kandidat. Famoser Jazz-Soundtrack, lebensnahe Kostüme und Kulissen, eine perfekt auf die 70er-Ästhetik eingestimmte Farbskala und zeitgenössisches Filmformat lassen die Ära zugleich im Film und durch den Film selbst erwachen. Unaufdringliche Darstellungen Alana Haims und Josh O‘Connors krönen das überzeugende Ensemble. Der markante systemkritische Subtext erweitert die Komplexität einer Genre-Hommage, deren Unaufgeregtheit ebenso täuscht wie die des Titelcharakters.
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