Basierend auf einem prägenden Erlebnis in ihrer eigenen Kindheit untersucht Beth de Araújo in formal und narrativ gleichsam beeindruckender Weise die psychische Reaktion eines kleinen Mädchens auf sexuelle Gewalt. Innere und äußere Konstrukte verschmelzen in einem sensiblen Szenario, das Musik und inszenatorische Stilmittel sparsam und dafür umso wirkungsvoller einsetzt. Die emotionale Verfassung der Figuren vermittelt sich in unauffälligen Gesten und der stillen Unruhe der Ratlosigkeit angesichts schwer zu ertragender Wahrheiten. Eine schonungslose Auseinandersetzung mit einer im Kino und gesellschaftlichen Diskurs gleichermaßen ausgeblendeten Problematik von trauriger Aktualität.