Erwähnungen
Videospiel "The Sinking City 2" im Test
Von siBBe in "The Sinking City 2" - Videospiel - Test / Review
am Dienstag, 18 August 2026, 15:30 Uhr
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Story
The Sinking City 2 ist ein Survival-Horrorspiel in einer unheimlichen Lovecraft’schen Welt der wilden 1920er-Jahre. Trotze einer schaurigen Gottheit und erkunde die überschwemmten Straßen von Arkham, während du ein Menschenleben gegen die Existenz einer ganzen Stadt abwägst.
Kritik
The Sinking City aus dem Jahr 2019 dürfte nicht vielen Spielern bekannt sein. Ein kleines Open World-Action Adventure mit einem tollen Schauplatz und Lovecraftschen Horror-Elementen, das als Indie-Titel mit einigen Macken erschien und mit zwar ordentlichen, aber nicht wirklich herausragenden Wertungen eher unter dem Radar flog. Nun hat das ukrainische Entwicklerstudio Frogwares nach sieben Jahren den Nachfolger veröffentlicht, der in eine deutlich andere Richtung geht und damit ein anderes Publikum als zuvor anspricht.

Vorwissen ist nicht notwendig. Auch wer den ersten Teil nicht kennt, kann direkt in "The Sinking City 2" einsteigen und wird erzählerisch schnell abgeholt. Es geht zurück in die 20er Jahre ins Städtchen Arkham, das weitestgehend überschwemmt ist und von finsteren Mächten heimgesucht wird. Somit behält der Nachfolger seinen faszinierenden Schauplatz bei und lässt uns durch die gefluteten Straßen per Motorboot reisen, um modrige, heruntergekommene Schauplätze zu besuchen, die uns unserem Ziel ein Stück näher bringen. Je weiter das Abenteuer schreitet, desto mehr kosmischer Horror kommt in die Erzählung hinzu.
"The Sinking City 2" wirft sein Open World-Konzept über Bord und spielt sich nun überwiegend linear. Und auch von den früheren Adventure-Elementen, bei denen man mit den Bewohnern plauderte und Detektivarbeit leistete, fehlt diesmal jede Spur. Stattdessen haben wir es mit einem waschechten Survival-Action-Horrorspiel zu tun, das sich ganz offensichtlich von Resident Evil inspirieren ließ. Und zwar so deutlich, dass selbst markante Elemente übernommen wurden. Bedeutet, dass unser Inventar beispielsweise nur eine begrenzte Anzahl von Slots zur Verfügung stellt. Oder, dass wir nur in Ruheräumen speichern dürfen. Oder, dass unsere gefundene oder gecraftete Munition immerzu knapp begrenzt ist.

Genretypisch erkunden wir mehrere schaurige Schauplätze wie einen Fischmarkt, einen Friedhof oder ein Krankenhaus und rätseln und ballern uns vor Ort durch die Szenerie. Das Rätseldesign fällt dabei angenehm positiv aus, es fordert oftmals ein genaues Studieren der Hinweise und lässt seine Spieler gern mal knobeln, ohne aber maßlos zu überfordern. Das Kampfsystem dagegen fällt grundsätzlich ordentlich aus, wird aber aus zwei Gründen keine Begeisterungsstürme auszulösen. Zum einen liegt das daran, dass die Gegnervarianz sehr gering ausgefallen ist. Immer wieder bekommt man es mit den gleichen Gegnertypen zu tun, die sich auch auf sehr simple Art ausschalten lassen. Das ist mit der Zeit etwas monoton und wird nur selten durch kleinere Überraschungen aufgelockert. Zum anderen kann bei größeren Gegnervorkommen auch schnell mal der Überblick verloren gehen und das Gefecht in Chaos ausarten, da wir nicht besonders agil sind oder da sich die Kamera in einem ungünstigen Winkel befindet. Das wird besonders in Momenten deutlich, in denen uns das Spiel über mehrere Minuten hinweg ganze Mobs auf den Hals schickt, die wir in mehreren Wellen mit knapper Munition überleben müssen. Eher unwahrscheinlich, dass Spieler diese Momente als Highlights empfinden werden.

Was "The Sinking City 2" aber wirklich gut gelingt, ist eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Das liegt zum einen am sehr schicken und stimmungsvollen Art Design der Umgebung, aber auch generell an der gelungenen Inszenierung. Das Spiel mag zwar keine große AAA-Produktion sein, doch was das verhältnismäßig kleine Team (unter erschwerten Bedingungen aufgrund des Kriegs in der Ukraine) hier auf die Beine stellt, ist schon sehr beeindruckend. "The Sinking City 2" schaut auf der getesteten PS5 Pro wirklich gut aus, ist technisch sauber umgesetzt, ließ keine Bugs während des Testens erkennen schlägt sich als kleiner Bruder von "Resident Evil" insgesamt überraschend gut.
Fazit
"The Sinking City 2" verfolgt einen anderen spielerischen Ansatz als sein Vorgänger. Statt Detektivarbeit in einer Open World zu leisten, gibt es nun einen gradlinigen Survival-Horrortrip ganz im Stile eines "Resident Evil". Qualitativ ist das zwar nicht ganz auf der Höhe seines Vorbilds, dafür aber, dass hier ein wesentlich kleineres Team mit knapperem Budget am Werk war, ist das Ergebnis doch sehr beeindruckend. Und mit seinem überfluteten Schauplatz und den Lovecraftschen Cthulhu-Vibes hat "The Sinking City 2" sowieso seinen ganz eigenen Reiz.
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