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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Eine Mutter begleitet ihren transsexuellen Teenager seit zwei Jahrzehnten durch die Linse ihrer Kamera. Ein berührender, intimer und aufschlussreicher Bericht über Eltern, Kinder und Schmetterlinge, die ihre Flügel ausbreiten.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

“I don’t want to be seen as a lost daughter.”, sagt der Titelcharakter und Co-Creator Amy Jenkins sensiblen Porträts in einer frühen Szene zu seinem Vater. “I’m the exact same person with the exact same brain and the exact same personality.” Die subtile Kraft und emotionale Resonanz der persönlichen Doku, die nach ihrer Uraufführung auf SXSW bei CPH:DOX läuft, liegt in solchen formal unscheinbaren Momenten. Gleich einer emotionalen Leitlinie durchziehen solche Schlüsselszenen die aus Heimvideos zusammengefügte Chronik einer Kindheit und Jugendzeit.

Adams Identität als trans Kind und später Mann ist nur ein beiläufiger Aspekt des in körnigen Handkamera-Aufnahmen eingefangenen Familienlebens. Dessen warmherzige Atmosphäre von Zuneigung und gegenseitigem Respekt stellt bewusst einen positiven Gegenentwurf zu den von Sensationalismus und Voyeurismus geprägten Darstellungen junger trans Menschen in den US-Medien. Vor der Kamera, die Adam oft selbst auf Schund sein Umfeld richtet, ist Politik buchstäblich nie ein Thema. Dennoch sind die von Anfang an gegebene elterliche Unterstützung genauso politische Positionierungen wie seine zugleich berührenden und psychologisch plausiblen Argumente. 

Wenn Adam seinen Eltern erklärt, warum Relikte aus seiner frühsten Kindheit mit seinem deadname für ihn eine grundlegend andere Bedeutung haben als für sie, zeigt dies auf universeller Ebene die in zahllosen Familienbeziehungen präsente Kluft zwischen emotionalen Assoziationen. Dass es allerdings nie eine laute Auseinandersetzung gibt, keine einzige Träne, es sei denn vor Rührung, und weder Adam noch seine Mutter je Ängste, Sorgen oder Wut zeigen, untergräbt die gemeinschaftliche Glaubwürdigkeit. Paradoxerweise widerspricht gerade die absolute Harmonie der Normalität, die sie bestätigen soll. 

Fazit

Die taktische Negation jeglicher Konflikte, ob familiär, autoreflexiv oder institutionelle, reißt ebenso eine Leerstelle in Amy Jenkins filmisches Familienarchiv wie die systematische Marginalisierung medizinischer Faktoren. Gerade da jene essenziell für eine Pubertät ohne traumatische Gender Dysphoria sind und oftmals populistisch verzerrt werden, hindert deren filmisches Ausblenden die psychologische Differenzierung und politische Aussagekraft. Nah an der Grenze zur sentimentalen Selbstverklärung, findet das Geflecht aus Autobiographie und Familienroman seine humanistische Hintergründigkeit in den raren konfrontativen Szenen. Mehr als die ideale Inszenierung berührt die durchscheinende Realität.

Kritik: Lida Bach

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