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Quelle: themoviedb.org

Verfügbar auf

Realeyz Mubi

Inhalt

Tel Aviv, Jaffa, Ajami. Hier ist das Babel der Gegenwart, das Leben ein permanenter Ausnahmezustand. Seit langem Verfeindete leben hier als Nachbarn auf engstem Raum. Omar, der sich in die junge Hadir verliebt hat, wird in einen blutigen Streit mit einer mächtigen arabischen Familien verwickelt und von ihrer grausamen Rache verfolgt. Ihm bleibt nur die Flucht und dennoch kann er die Stadt und Hadir nicht verlassen. Seine letzte Chance ist, das von einem islamischen Richter festgesetzte – und dennoch unbezahlbare - Schuldgeld aufzutreiben. Auch Omars Freund Malek braucht dringend Geld, denn seine Mutter ist schwer krank. Um die Behandlung bezahlen zu können, arbeitet er illegal in Israel. Das Leben Dandos, eines jüdischen Polizisten, nimmt eine tragische Wendung, als sein Bruder spurlos verschwindet.

Kritik

Der Titel des ambitiösen Spielfilmdebüts von Scandar Copti und Yaron Shani bezieht sich auf den gleichnamigen Vorort von Jaffa. Über der von politischen Konflikten zerrissenen Region, wo Moslems und Juden aufeinandertreffen, liegt der Schatten der Gewalt. Wer hier überleben will, muss tough sein und braucht Geld, das von der schnellen, dreckigen Sorte. Ajami – The Hood. Nicht von ungefähr klingt das ziemlich nach Gangsterstreifen. Nichts anderes ist das ungelenke Debüt hinter der Fassade von politischem Gehalt und gesellschaftskritischem Charakterdrama. An sich eine vielversprechende Prämisse, wenn man von der Prätention soziologischer Relevanz einmal absieht. Leider enttäuscht die Story trotz guter Ansätze sowohl technisch als auch dramaturgisch auf ganzer Linie. 

Die Handlung ist die reichlich abgegriffene Geschichte von zwei unbedarften jungen Kerlen, die mit einem unüberlegten kriminellen Deal das schnelle Geld machen wollen. Erwartungsgemäß geht der Plan gewaltig schief und die jungen Antihelden müssen bald gegen skrupellose Gegner um ihr Leben und das ihrer Nächsten kämpfen. Der dreizehnjährige Nasri (Fouad Habash) wächst mit seinem Bruder Omar (Shahir Kabaha) In Ajami auf. Als ein Nachbarjunge vor ihrem Haus erschossen wird, bricht die zerstörerische Wirkung de Gewalt unmittelbar in den Alltag ihrer Familie ein. Der Mordanschlag galt tatsächlich Omar: Blutrache dafür, dass sein Onkel ein erpresserisches Mitglied einer anderen Familie schwer verwundete. Die Ereignisse bilden einen von fünf Handlungssträngen, die sich in dem Titelort lose verknüpfen. Der palästinensische Flüchtling Malek (Ibrahim Frege) versucht das Geld für die Krankenhausbehandlung seiner Mutter zusammenzubekommen. Bei seinem illegalen Job kommt er in Kontakt mit dem leichtlebigen Palästinenser Binj (Scandar Copti). Binjis hat seinerseits ein Problem mit angeblichen Freunden, die etwas gegen seine jüdische Verlobte haben. Dann ist da noch der Familienvater und Polizist Dando (Eran Naim), der auf Rache für den Tod seines Bruders sinnt. 

Ein schlüssiges Gesamtbild entsteht aus den einzelnen Episoden nicht. Jede der für sich betrachtet interessanten Geschichten bleibt fragmentarisch, die Figuren schablonenhaft und ihre Aktionen vorhersehbar. Den eigenen Ansprüchen an Professionalität und Authentizität ist der Film somit nicht gewachsen. Trotz ihrer Tragik lassen die Einzelschicksale unberührt. Zu unausgegoren ist die Dramaturgie. Der politische Konflikt, die brennende Aktualität der filmischen Thematik genügt nicht, um die inszenatorischen Schwächen des Dramas auszugleichen. Interessante visuelle Einsprengsel wie die Comicbilder, in denen Nasri die Ereignisse um sich herum verarbeitet, bleiben flüchtige Spielereien am Rande. Neben den strukturellen Mängeln erweist sich die nachlässige Führung der Darsteller als größtes Manko. Dass es sich um Laien handelt, zeichnet sich in den unzureichenden Leistungen deutlich ab. Profil verleihen können die Akteure den eher oberflächlich angelegten Charakteren nicht ansatzweise. An erster Stelle sollen die Figuren unterschiedliche Seiten des Konflikts darzustellen. Die Mühe sorgfältig ausgearbeiteter Charaktere mit schlüssigen Persönlichkeiten macht sich die Story gar nicht erst.

Fazit

Ursprünglich wurde die Produktion von ZDF und Arte als Fernsehspiel konzipiert. Doch selbst als solches kann es mit den diversen gleichermaßen hochkarätigen und anspruchsvollen Produktionen, die längst dem Kino Konkurrenz machen, nicht mithalten. Ein aus unzähligen US-Krimis bekanntes Handlungskonzept in eine neue Umgebung zu verfrachten, genügt eben nicht, um einen originellen Film zu drehen.

Autor: Lida Bach

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