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Inhalt

Zusammen mit seiner Familie versucht der Lehrer Bakhtiyar, in einer neuen Umgebung Fuß zu fassen. Doch die soziale Kontrolle macht ihm das Leben umso schwerer, je mehr er sich weigert, mit dem in fast allen Situationen erwünschten Opportunismus zu agieren. Als eines Tages in seiner Straße ein Wagen mit Fahrer und Beifahrer parkt, der fortan fast immer dort steht, ist die Unruhe groß. Alle Nachbar*innen denken, es handele sich um einen Überwachungsvorgang und Bakhtiyar sei dessen Objekt. Sie munkeln: Hat er sich etwas zuschulden kommen lassen?

Kritik

Die Angst ist allgegenwärtig in Nader Saeivars (Drei Gesichter) bedrückender Paranoia-Parabel. In seiner ersten abendfüllenden Regiearbeit seziert der iranische Filmemacher eine von Misstrauen und Furcht gelähmte Gesellschaft, in der alle vom Kind bis zum Greis die Staatsallmacht internalisiert haben. Der triste Handlungsort, in dessen schäbigen Straßen matte Erscheinungen monoton ihre Alltagsaufgaben verrichten, ist Symbol urbaner Anonymität und Entfremdung. Zugleich spiegelt die trostlose Topographie die Seelenlandschaft des Hauptcharakters (Bakhtiyar Panjeei) auf seinem Weg in eine kafkaeske Hölle.

Deren Folterwerkzeuge sind die unentrinnbaren Strukturen eines Terrorregimes, das nie als solches benannt werden darf. Mit der Furcht vor dem Staatsapparat wächst die vor den eigenen Bekannten. Wer hat sich einer banalen Verfehlung schuldig gemacht und könnte die Nächsten damit kompromittieren? Schlimmer noch: Wer ist ein Spitzel? Seit zwei suspekte Männer im Auto vor dem benachbarten Kiosk parken, verdächtigen die Anwohner einander und besonders den kurdischen Lehrer Bakhtiar, dessen bettlägeriger Vater einst politischer Häftling war.

Des Vaters Wunsch nach einem Naturbild markiert den nach einem Ort abseits der städtischen Ödnis, wo Korruption wuchert und Fairness buchstäblich niedergetreten wird. Ganz im Sinne des Regimes eint die kollektive Verunsicherung nicht, sondern isoliert die Menschen in ihrer Machtlosigkeit. Der stetig wachsende Druck des Umfelds zersetzt unaufhaltsam erst freundschaftliche, dann familiäre Bande Bakhtiars. Sein müdes Aufbegehren ist vergeblich, wie seine Sehnsucht nach einem väterlichen Lächeln. Die Hoffnung stirbt zuletzt - die Freude ist lange tot.

Fazit

In einer Palette fahler Grautöne zeichnet Nader Saeivar die iranische Bevölkerung in stummer Agonie. Der tägliche Schrecken eines inhumanen Systems beraubt die physisch ausgelaugten Figuren jeder Lebenskraft. Die Botschaft gegen Unterdrückung ist einziges, unablässiges Mantra der deprimierenden Inszenierung. Saeivar ist bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Jafar Panahi, der als Co-Drehbuchautor fungiert. Markanter als unübersehbare stilistische Parallelen sind die zu Kafka und Dante. Dessen Inferno wirkt direkt kuschelig gegenüber dem ebenso zehrenden wie niederschmetternden Drama.

Autor: Lida Bach

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