{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Eine einsame freischaffende Korrektorin in Tokio führt in Tokio ein isoliertes Leben. Das ändert sich, als sie Mitsutsuka begegnet – einem stillen Physiklehrer, der sie dazu bringt, ihre Situation zu hinterfragen. 

  • N3eupf4fobizlafmtdzrtegqnnu
  • Jcruxsoxrfjytn6faebsbusw5bq
Quelle: themoviedb.org

Kritik

„Why does the night have to be so beautiful?“, fragt eine Erzähler-Stimme während der ersten Einstellungen Yukiko Sodes sensiblen Spielfilm-Debüts, während die Kamera durch Tokios nächtliche Straßen gleitet. Die umgehende Antwort ist eine melancholische Metapher für die zaghafte Annäherung der einsamen Protagonistin an einen Fremden, der ihr in ihrer sozialen Abgrenzung ähnlicher ist als sie ahnt. „Because at night only half the world remains. After the overwhelming light of day has left us, the remaining half draws on everything it has left, to keep the world around us bright.“ 

Für die freischaffende Lektorin Fuyuko (Yukino Kishii, Keiko, me wo sumasete) ist dieses Leuchten nur ein schwacher Lichtschimmer in depressiver Düsterkeit. Bedacht darauf, jede Aufmerksamkeit und gemeinschaftlichen Interaktionen zu vermeiden, gleitet sie durch ihren regulierten Alltag wie ein Gespenst ihrer selbst. Aus ihrer Körperhaltung spricht ein Zustand ständiger Erschöpfung. In ihren glasigen Augen mischen sich gesellschaftliche Müdigkeit und Benommenheit von dem Alkohol, den sie getarnt in einer Wasserflasche immer dabei hat. Ihre sichtbare Abneigung gegen den Fusel verdeutlicht bedrückend dessen Funktionalität: Sie abzustumpfen gegen ein Umfeld, dessen oberflächliche Freundlichkeit nur eine Maske ist.

Ihre einzige Freundin Hijiri (Misato Morita, Rental Family) spickt Gespräche mit verkappten Spitzen. Ein Treffen mit einem scheinbar freundlichen Bekannten endet mit einer verstörenden sexuellen Gewalttat, die Fuyukos Menschenscheue und Misstrauen zugleich bestätigt und vertieft. Unter einer dünnen Lasur mentaler Harmonie lauern überall menschliche Abgründe. Einen Keim aufrichtiger Zuneigung findet sie einzig in der platonischen Liebe zum Physik-Lehrer Mr. Mitsutsuka (Tadanobu Asano, Broken Rage). Ihre Gespräche über Licht sind sinnbildhafte Synonyme für Hoffnung und eine gemeinsame Perspektive in einer beklemmenden Routine aus gesellschaftlichen, ökonomischen und psychischen Zwängen. 

Wenn Sode nach einem solchen zärtlichen Dialog auf das durch Blätter scheinende Licht vor Fuyukos Fenster schneidet, illustriert dies exemplarisch die Tendenz zu symbolischer Überfrachtung. Die durchdachten Dialoge schwanken zwischen lyrischen Untertönen und Sentimentalität. Seine Kraft gewinnt das psychosoziale Porträt vor allem durch Yukino Kishiis nuancierte Darstellung seelischer Isolation und physischer Abstumpfung. Das unbemerkte Abgleiten in Depression, verleugnete Traumata und Substanzabhängigkeit als Mittel der Selbstkontrolle interpretiert die zurückgenommene Handlung ungewohnt lebensnah. Dazu bilden die elegische Atmosphäre und gedämpfte Ästhetik einen eigenwilligen Kontrast; Spiegelbild der inneren Brüche der Figuren. 

Fazit

Basierend auf Dem dritten Roman der preisgekrönten Bestseller-Autorin Mieko Kawakami schafft Yukiko Sode eine subtile Studie urbaner Vereinsamung und schleichenden Selbstverlusts. Stimmungsvolle Nachtszenen und Aspekte Szenenbilder machen das versteckte Leiden der Charaktere paradox dekorativ. Als Off-Kommentar, dessen männliche Stimme dramaturgische Distanz erzeugt, wirken die gedanklichen Monologe der Protagonistin seltsam artifiziell. Ungleich stärker ist das zurückgenommene Schauspiel der Hauptdarstellenden, deren intellektuelle Liaison entgegen romantischer Kino-Konventionen steht. Die meditative Langsamkeit der Handlung macht das zentrale Motiv mentaler Erschöpfung spürbar. Ein bittersüßes Beziehungsdrama, mit viel Bitterkeit und wenig Süße. 

Kritik: Lida Bach

Wird geladen...

×