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Quelle: themoviedb.org
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  • 82 Min
  • Regie
  • Drehbuch
  • Cast

Inhalt

Ein abgelegener Winkel Alaskas ist endlich ans Internet angeschlossen, aber was bedeutet das für die Inselbewohner? Ein episches Spielfilmdebüt über die technologischen Visionen einer sich wandelnden Welt.

Kritik

Ein gigantisches finsteres Wesen, das alles verschlingen kann, seelenlos und dennoch beunruhigend lebendig: Was nach einer Kreatur aus einem Horrorfilm klingt, ist eine kindliche Vision des Internets. Wie würdest du dir das Internet vorstellen, wenn es ein Tier wäre? Mit der Frage, die sich nicht nur a die kindlichen Figuren der kontemplativen Tech-Doku richtet eröffnet Ian Purnells assoziatives Konstrukt aus Fortschrittsabwägung, Sozialskizzen, und ökologischer Mahnung. Monströs sieht das Gebilde wahrhaftig aus, das sich in der nächtlichen Eröffnungsszene in den arktischen Ozean senkt. 

Wie die Tentakel einer mystischen Kreatur wirken die gigantischen Glasfaser-Kabel, die von einem Schiff aus verlegt werden. Schon der Größenmaßstab der kilometerlangen Kabel, des Schiffsbauchs und Gewinde macht die eindrucksvollen Aufnahmen zur audiovisuellen Allegorie. Die Menschen sind verschwindend klein gegenüber der Technologie, die sich selbst in die entlegensten Winkel der Welt erstreckt nun auch in die Arktis, die zu einem der letzten Orte ohne Internet-Anbindung gehörte. Mit dem neuen Anschluss verspricht sich die isolierte Inselgemeinschaft wirtschaftliche Chancen, bessere Bildung und einen Zugang zur globalen Kommunikation. 

Während die junge Generation die symbolische Ankunft im 21. Jahrhundert begrüßt, sind die älteren Gemeindemitglieder skeptisch. Früher gab es nur ein Telefon im Gemeindezentrum, berichtet einer der Anwohner. Wer mit seiner Familie daheim sprechen wollte, musste manchmal stundenlang warten und alle konnten hören, was gesagt wurde. Dennoch ist er skeptisch gegenüber dem konstruktiven Kraftakt, der einen massiven Eingriff in die scheinbar unberührte Weite des Eismeers darstellt. Tonnenschwere Kabelspulen und dröhnende Maschinen geben einen Eindruck der monumentalen Logistik des Projekts. 

Dessen technische Details treten indes in den Hintergrund gegenüber den menschlichen Aspekten. Für die philippinische Crew an Bord des Schiffs, die der arktischen Gemeinde den Anschluss im doppelten Sinn bringt, sind ihre Smartphones die einzige unbeständige Verbindung zu ihren Familien während der Wochen auf See. Digitale Globalisierung und individuelle Einsamkeit sind die Gegenpole der hintergründigen Reflexion. Marie Zahirs imposante Kameraaufnahmen kontrastieren kühle Szenen mechanischer Monumentalität mit sanften Momenten menschlicher Intimität. Die langfristigen ökologischen Auswirkungen bleiben dabei ebenso vage wie das komplexe System hinter dem Internet.

Die düstere Tiefe des Ozeans wird zum Synonym und Gegensatz des modernen Mythos digitalen Absolutismus in Ian Purnells dokumentarischen Kino-Debüt, das im Wettbewerb von CPH:DOX Weltpremiere hat. Atemberaubende Bilder vermitteln die physische Dimension des Großprojekts, dessen technische Spezifika indes schemenhaft bleiben. Lange Einstellungen, ruhige Rhythmik und das sonore Sounddesign entfalten einen surrealen Sog. Der scharfe Kontrast, den die maschinellen Monstren und eisige Schönheit der arktischen Landschaft schaffen, verleiht der essayistischen Meditation über digitale Nähe, emotionale Isolation und die unsichtbaren Adern einer vernetzten Welt eine hypnotische Atmosphäre.

Fazit

Die düstere Tiefe des Ozeans wird zum Synonym und Gegensatz des modernen Mythos digitalen Absolutismus in Ian Purnells dokumentarischen Kino-Debüt, das im Wettbewerb von CPH:DOX Weltpremiere hat. Atemberaubende Bilder vermitteln die physische Dimension des Großprojekts, dessen technische Spezifika indes schemenhaft bleiben. Lange Einstellungen, ruhige Rhythmik und das sonore Sounddesign entfalten einen surrealen Sog. Der scharfe Kontrast, den die maschinellen Monstren und eisige Schönheit der arktischen Landschaft schaffen, verleiht der essayistischen Meditation über digitale Nähe, emotionale Isolation und die unsichtbaren Adern einer vernetzten Welt eine hypnotische Atmosphäre.

Kritik: Lida Bach

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