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Quelle: themoviedb.org

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Blondinen bevorzugt ist eine romantische Komödie nach einem erfolgreichen Musical mit Marilyn Monroe in einer ihrer ersten Filmrollen.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

„Diamonds are a girls best friend…“

…so bezeichnet es die berühmteste Nummer aus dieser erfolgreichen Muscial-Adaption äußerst treffend und hinter seinem grundsätzlich (an)bieder(d)en Fassade wesentlich sarkastischer, als man zunächst vermuten möchte. Im Vordergrund -  eröffnet durch eine schmissige Gesangseinlage seiner beiden Prachtstuten – stehen eindeutig die gerne ins Schaufenster gestellten Vorzüge der holden und nicht damit geizenden Weiblichkeit. Schon früh hinreißend und dadurch fast überrumpelnd für sich beansprucht durch Jane Russell (Drei Rivalen) und Marilyn Monroe (Manche mögen’s heiß), die sich aber peu à peu von klischeetriefenden Mechanismen fast versteckt freistrampeln um am Ende eine kleine, versteckte Lanze für ein modernes, weibliches Selbstbewusstsein zu brechen. Obwohl damit auch aktuelle Sehgewohnheiten absolut bedient werden und sich nicht konsequent, selbstbewusst von emanzipierten Kino sprechen lässt. Vielmehr findet Routinier Howard Hawks (Narbengesicht) die Mitte aus Zeitgeist, Erwartungshaltung und angedeuteter Moderne, was aktuell betrachtet natürlich (schon wieder) antiquiert und leicht spießig wirkt. Trotzdem so schwungvoll und in seiner Zeit effektiv verankert, dass da diverse Bonuspunkte berechtigt greifen.

Ein vom wasserstoffblonden Kopf bis Fuß bekennendes Material Girl (Monroe) berechnet Beziehungsstatus ausschließlich an nackten Fakten. Die beste Freundin -  und während einer Kreuzfahrt zur Anstandsdame berufene Hai im Männer-Goldfischglas – lässt sich ganz primitiv und intuitiv von den Emotionen leiten. Das führt, dank manipulativen Aktionen von außen, zu Gewissenskonflikten, obwohl sich eine echte Mädelsfreundschaft davon nur kurzfristig beeinflussen lässt. Kein Mann, egal ob stinkreich oder einfach nur attraktiv, drängt sich langfristig zwischen dieses Gespann aus Pech und Schwefel. Dass der Film die Jagd nach dem besten Hengst im Stall oberflächlich zu seinem Thema zu machen scheint ist natürlich schnell entlarvter Unfug, vielmehr ist Blondinen bevorzugt ein selbstbewusstes Manifest der Emanzipation zu einem Zeitpunkt, als in Hollywood alles auf großem Niveau noch in bitte biederen Bahnen geschehen musste. Daran hält sich Howard Hawks formell auch, liefert trotzdem eine astreine Big-Budget-Sause mit starken Momentaufnahmen ab. Setzt seine famosen Hauptdarstellerinnen direkt in die Verantwortung, was sie mit Leistung zurückzahlen.

Während Marilyn Monroe offensiv ein erschreckend naives und gleichzeitig berechnendes Bild der blonden, materiellen Sex-Bombe verkörpert, scheint Jane Russell der Fels in der Brandung, obwohl auch sie anderen Reizen schnell verfällt, seien sie auch nicht finanzieller Natur. Grundsätzlich sehnen sich beide nach Geborgenheit, nach Sicherheit, was sie nur unterschiedlich mit entsprechenden Prioritäten versehen. Spiegeln damit die vermeidlichen, typisch-gegensätzlichen Rollenmustern der modernen, attraktiven und (leider nur angeblich) unabhängig-selbstbewussten Frau wieder, die nicht nur als Heimchen am Herd verendet. Mit seichtem Crewball-Charme und teils feiner Situationskomik werden kritische Töne nur am Rande, aber unmissverständlich deutlich ausformuliert; wundervoll verpackt in einprägsamen Musical-Einlagen und dem hinreißenden Spiel der beiden Hauptdarstellerinnen. Leicht altbacken, keine Frage, dafür aber wahnsinnig locker und trotzdem immer noch begeisternd-lässig wie gekonnt aus der Hüfte gefeuert. Das „alte“ Hollywood, es ist unverkennbar, aber auch damals war nicht alles schlecht. Besonders in diesen leichten Grenzgängern zwischen den Zeilen.

Fazit

Hervorragend arrangierte, kurzweilige und unterhaltsame Nummern-Revue, die sich noch an der Schwelle von echtem Statement und leicht verklemmter Aussage bewegt. Mach aber durchgehend Spaß und ist so charmant arrangiert, da geht kaum wenigstens der Blick dran vorbei.

Autor: Jacko Kunze

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