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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Adam, Sohn eines Fischers, wird an Kairos renommierter  Al-Azhar Universität angenommen. Schnell gerät der beflissene Junge vom Land in einen gefährlichen Machtkampf zwischen religiösen und saatlichen Kräften, die vor nichts zurückschrecken

Kritik

Wer am Ende der quälend langen zwei Stunden, die sich Tarik Saleh (The Contractor) unausgegorene Mischung aus Jugenddrama und Spionage-Thriller im Wettbewerb von Cannes dahinschleppt, noch wach ist, wird zur Belohnung mit erhobenem Zeigefinger abgefragt. Was hat er (dass sich der schwedische Regisseur und Drehbuchautor der Existenz eines weiblichen Publikums überhaupt bewusst ist, scheint unwahrscheinlich) soeben in dem zähen Kommilitonen-Krimi gelernt? Die ostentativ ausformulierte Frage ist symptomatisch für den pseudo-pädagogischen Plakativität der paternalistischen Inszenierung.

Deren eigentliche Lektionen sind dramaturgischer Natur. Die Figuren sind auf den ersten Blick identifizierbare Stereotypen, die sich an den immer gleichen Schauplätzen treffen, um dort jedes Klischee ihres Typus zu bedienen. Der ehrgeizige Religionsschüler Adam (überfordert: Tawfeek Barhom, The Rhythm Section) ist der im doppelten Sinne gutgläubige Sohn eines analphabetischen Arbeiters, der Bildung und überhaupt Wissbegierde misstraut. Die Story bestätigt indirekt jene antiintellektuelle Haltung mit unübersehbar partriarchalischen Tendenzen, die sich nicht nur im auffälligen Mangel weiblicher Charaktere äußert.

Adams verstorbene Mutter ist die Ursache seiner Ambitionen, die ihn von dort wegführen, wo er vermeintlich hingehört. Im korrupten Kairo verlocken den frommen Protagonisten sogleich Dekadenz und Dogmatik, die mehr als Hand in Hand gehen. Adams Bettnachbar raucht und hört Heavy Metall, der potenzielle nächste Großimam ordert McDonald’s und Geheimagent Ibrahim (Fares Fares), der Adam als neuen Informanten rekrutiert, wählt als regulären Treffpunkt ein Starbucks-Pendant. Ohne die krude Message reichte es fast zur Satire.

Fazit

In seinem ungelenken Cannes-Wettbewerbsbeitrag setzt Tarik Saleh das Publikum auf die Schulbank, um ihm eine inhaltlich und ideologisch gleichermaßen krude Mischung aus Chauvinismus, Reaktionismus und Islamophobie zu füttern. Hölzerne Dialoge, absurde Verwicklungen, kindische Intrigen und in ihrer Unglaubwürdigkeit alberne Charaktere bringen die dröge Handlung nah an unfreiwillige Komik. Doch das Konstrukt einer Verflechtung sittenloser religiöser Fundamentalisten und mörderischer Geheimdienste, das die diffusen Ängste und Verschwörungstheorien einer rechtskonservativen Zuschauerschaft nähert, lässt sich nicht einfach weglachen.

Autor: Lida Bach

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