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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Nach dem Tod der Mutter muss sich die 20-jährige Kelly um ihren autistischen Bruder Tom kümmern, während ihr Stiefvater immer absurdere Pläne verfolgt. Er hat ihre gesamten Ersparnisse aufgebraucht, um einen ausgewachsenen Tiger für sein Wildgehege zu kaufen. Kelly erwacht mit einem unguten Gefühl – ein Wirbelsturm kündigt sich an, aber schlimmer noch: irgendwie ist es der Raubkatze gelungen, ins Haus einzudringen. Zum Schutz vor dem Sturm sind Türen und Fenster von außen mit Brettern vernagelt, Kelly und Tom sitzen in der Falle … Eine gnadenlose Flucht vor dem immer hungriger werdenden Tiger beginnt. Werden sie die Nacht überleben oder als Mahlzeit enden?

Kritik

Tierhorrorfilme genießen nicht unbedingt den besten Ruf. Was als pauschales Urteil ziemlich unfair ist. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass natürlich viele misslungene (weil oft auch hoffnungslos billig-lieblose) Exemplare den Markt überschwemmen, aber besonders unter falscher Erwartungshaltung auch die sehenswerten Beiträge meist zu leiden haben. Von den vielleicht wissenschaftlich-rationalen Gründen mal abgesehen (ja, wir wissen das Haie eigentlich keine Menschenfresser sind), das Tier bedient in der Regel schlicht eine Funktion. Es ist eine Bedrohung. Roh, triebhaft und dabei nicht zu verurteilen. Bei der man nicht mit Vernunft, Mitleid oder Kompromissbereitschaft rechnen kann, ohne in den Bereich des Fantastisch-Übernatürlichen abdriften zu müssen. Was somit den Anschein des Realen bewahrt. Es könnte auch dir passieren. Meistens unter sehr einmaligen Bedingungen und nicht unter den Kriterien einer Natur-Doku. Hier sollte mehr die Situation im Vordergrund stehen. Und unter diesem Aspekt betrachtet klingt Burning Bright eigentlich sehr vielversprechend. Besonders, da es in der Theorie nahezu identisch in diesem Kinojahr unter Beweis gestellt wurde.

Alexandra Aja’s erst kürzlich bei uns durch die Lichtspielhäuser gekrochener Crawl verwendet praktisch die identische Prämisse. Eine junge Frau sieht sich während eines Hurrikane in der brenzligen Lage, gefangen in einem Haus zu sein. Gemeinsam mit einem gefräßigem Raubtier und nebst eines geliebten Familienmitgliedes, das sich nicht selbst adäquat verteidigen kann. Man könnte Crawl somit wirklich eiskalte Plagiatsvorwürfe machen und selbst wenn er sich diesen Film feist zum Vorbild gemacht hat: Dafür gebührt ihm eher großes Lob. Denn er versteht damit umzugehen und präsentiert das, woran Burning Bright leider kläglich scheitert. Obwohl sie sich so ähnlich sein mögen. Sogar eine Idee ist relativ smart, wird bei Horrorfilmen doch oft bemängelt, dass die Figuren sich nicht logisch verhalten würden. Dass die Filme ansonsten meist nach 10 Minuten vorbei wären, wird selten als Contra-Argument geltend gemacht und darf auch nur dann ernsthaft genannt werden, wenn es das Endprodukt mir der entsprechenden Gegenleistung zurückzahlt. Beides hätte hier der Fall sein können. Aber stattdessen…

Dass sich Protagonistin Kelly (Briana Evigan, Step Up: All In) nicht immer sinnvoll verhält ist völlig egal, der Logik-Joker des Films könnte ihr autistische Bruder Tom (Charlie Tahan, Super Dark Times) sein. Aufgrund seines Krankheitsbildes handelt er nach rationalen Maßstäben ständig unangemessen und bedient dadurch die Muster eines Tierhorror-Survival-Flics natürlich perfekt. Wäre ideal, wenn denn der Tiger nicht auch den Eindruck erwecken würde, wenigstens stark autistische Züge zu besitzen. Unglaublich, dass ausgerechnet der animalische Killer den Film zur Farce macht. Das ausgehungerte Raubtier soll seit zwei Wochen nichts gefressen haben und somit noch bedrohlicher wirken. Irgendwann festigt sich die Vermutung, es hat einfach den Futtertrog nicht gefunden. In der freien Wildbahn wäre dieses angeblich so clevere und gefährliche Exemplar vermutlich sang und klanglos verhungert. Von Jagdinstinkt keine Spur. Stattdessen tigert der grimmige Grummel-Kater oft sinnlos durch die Bude und scheint über keinerlei Geruchssinn oder vernünftiges Gehör zu vermögen. Bemerkt natürlich nie, wenn sich sein verängstigtes, schwitzendes und Lärm fabrizierendes Opfer zwar in unmittelbarer Nähe, aber nicht im direkten Blickfeld befindet. Bricht spielend Türen mit Karacho aus den Angeln, kann aber (im direkten Anschluss) keine Matratze überwinden, die damit zum Schutzschild wird.

So geht es die ganze Zeit. Wann immer die Terrorkatze zum Angriff ausholt, wird sie entweder ganz billig überrumpelt, gibt verzweifelt auf oder verirrt sich scheinbar grundlos wieder in den unendlichen Weiten eines nicht sonderlich großen Hauses, womit sie es einer gar nicht bis schlecht bewaffneten Frau und ihrem autistischen Bruder möglich macht, sich die ganze Nacht vor ihr zu verstecken. Obgleich die sich dabei nicht wirklich geschickt verhalten, eher im Gegenteil. Das sollte im Normalfall das Geschehen ja sogar noch aufregender machen, im Umkehrschluss wird es dadurch leider abgrundtief dämlich. Der Film findet nicht mal kurzzeitig richtig knackige Sequenzen. Eine ist ganz okay (der Wäscheschacht), danach ist zwar mal kurz Tempo drin, die angesprochenen Mängel aber schon so omnipräsent, dass sie jede Effizienz bereits im Keim ersticken. Man weiß eh, dass Goofy the Cat nichts hinbekommt und da sich auch sonst niemand in die Hütte verläuft, ist die Spannung sehr überschaubarer Natur. Wie gesagt, so schon eine herbe Enttäuschung, aber im direkten Vergleich zu Crawl sieht man erst, was der in seiner Schlichtheit alles richtig macht.

Fazit

Traurig, wie unsinnig und unnötig  „Burning Bright“ seine simple, aber reizvolle Ausgangslage veruntreut. Die Idee und zwei bis drei aus dem Kontext gerissenen Szenen könnte man als spannend und intensiv interpretieren (typisches Trailermaterial), das Gesamtbild entpuppt sich als extrem ungeschickte, holperige DTV-Ware. Lediglich der häufige Einsatz echter Tieraufnahmen ist ganz nett. Wobei in den richtig dynamischen Szenen natürlich wieder CGI genutzt werden muss, was dann wieder sehr deutlich auffällt. Aber das ist nun wirklich eines der geringeren Probleme dieses Großkatzengejammers, der locker für einen brauchbaren Filmabend taugen könnte.

Kritik: Jacko Kunze

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