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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

Die Kämpfe eines jungen, nicht-weißen Regisseurs um seinen Debütfilm verwandeln sich in eine überraschend politisch brisante Dokumentarsatire. Unterhaltsam, energiegeladen und absolut unvorhersehbar.

Kritik

Ein Q&A nach der Kinoaufführung eines französischen Films. Diskret gefilmt von seiner Begleiterin beobachtet Tom Adjibi im Publikum die Debatte um Repräsentation und authentisches Casting zwischen dem Regisseur und BIPOC Gästen im Saal. Auf die Frage, warum der arabische Hauptcharakter von einem weißen Darsteller gespielt werde, folgen die üblichen Ausflüchte: Er habe die Entscheidung nicht leichtfertig gefällt. Die Diskussion sei ins Politische ausgeartet. Wer einen solchen Film mit einer solchen Besetzung wolle, solle ihn selbst drehen. 

Das Erlebnis wird zur Initialzündung Adjibis satirischen Selbstversuchs, der Sozialkritik mit einer ungeplanten Reflexion der eigenen Perspektive verbindet. Das Casting beginnt der beninisch-belgische Regisseur und Schauspieler gleich im Kino. Mehrere der fragestellenden Gäste sind quasi seine Kolleg*innen, beruflich und als Betroffene diskriminierender Stereotypisierung. Aufgrund ihrer Abstammung werden die professionellen Schauspielenden regelmäßig sowohl bei der Part-Vergabe al auch der Darstellung ihrer Figuren in rassistische Rollenmuster gedrängt. Da ihnen als BIPOC Menschen bereits weniger Rollen überhaupt zugestanden werden, ist Ablehnen eines Schauspiel-Jobs Luxus.  

Adjibi kennt das Dilemma aus eigener Erfahrung und ist entschlossen, einen Film zu drehen, der den Cast aus ausschließlich BIPOC Menschen realistisch und respektvoll repräsentiert. Die Dokumentation seines Unterfangens soll die Strukturen und Hierarchien der französischen Film-Industrie demaskieren und demontieren. Energetisch und ironisch ringt das Projekt mit den unterschiedlichen Perspektiven seines Team, das ihn für dessen Vereinnahmung kritisiert. Konzipiert als selbstbestimmtes Statement, entpuppt sich der Film ebenso als kreatives Labor wie Konfliktfeld, in dem Erwartungen und Egos aufeinanderprallen. 

Fazit

Selbstbespiegelung im positiven wie prätentiösen Sinn und experimentelle Meta-Doku überschneiden sich in Tom Adjibis passioniertem Projekt, das in Next Wave Sektion von CPH:DOX uraufgeführt wird. Der auf Magritte anspielende Titel unterstreicht mit gewitzter Referenz a die nationale Identität das aktivistische Anliegen kolonialistische Narrative zu überwinden. Dass dafür eine Statue, die Belgiens Kolonialverbrechen im Kongo verherrlicht, Ziel einer Protestaktion wird, zeigt exemplarisch die politischen Pointen der semi-dokumentarischen Auseinandersetzung mit Repräsentation, rassistischen Ressentiments in der Branche und außerhalb und der Dynamik kreativer Kontrolle.

Kritik: Lida Bach

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