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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

In New York ist die Philosophin Béatrice Courte ganz in ihre Gehirnforschungen vertieft. Eines Tages stösst sie auf den Chronovisor, eine Maschine, die es Pater Pellegrino Ernetti angeblich ermöglichte, durch die Zeit zu reisen.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Dass Jack Auen und s metikulöses Meta-Mystery auf Visions du Réel in einem dokumentarischen Programm-Kontext Luft, scheint ironisch passend für dessen spekulative Story. Jene spielt ästhetisch und dramaturgisch mit den Konzepten von Historie, Historizität sowie beider Konstruktion und Rekonstruktion auf audiovisueller Ebene. Retro-Optik und die Adaption zeittypischer Stilismen machen selbige zu einer inszenatorischen Implikation des narrativen Schlüsselkonzepts: das sichtbar und hörbar machen der Vergangenheit mittels eines ominösen Apparats. Jenes klangvoll benannte Titelobjekt existiert tatsächlich, im Gegensatz zu den ihm zugesprochenen Fähigkeiten.

In der in den frühen 70ern angelegten Handlung stößt Wissenschaftlerin Béatrice Courte ( ) bei der Recherche in der Bibliothek auf Berichte über eine mysteriöse Maschine, die Bilder und Töne aus der Vergangenheit zeigt. Benediktinermönch Pellegrino Ernetti behauptete in den 50ern, mittels des von ihm erbauten Chronovisor unter anderem die Kreuzigung Christi mitangesehen zu haben. Den von wahren Ereignissen inspirierten Mix aus Science-Fiction, Mystizismus und Pseudo-Historismus vergleicht die Synopsis mit Jorge Luis Borges und Umberto Eco, doch erinnert mehr an Dan Brown. 

Allerdings Brown minus Action und Stars. Da bleibt nicht viel außer endlosem Stöbern in vergilbten Büchern, Kabeltelefon-Anrufen und mit grüblerischer Miene in die Luft gucken. Der nostalgische Charme der analogen Recherche-Referenzen in Bibliotheksräumen, die so schummerig sind, dass es ihrer Funktion widerspricht, ist nach den ersten zehn Minuten abgenutzt. Doch von da dauert der bibliophile Noir noch anderthalb Stunden Laufzeit. Das die nicht spannender gefüllt werden als mit in Großaufnahme eingeblendeten Buchzitaten ist besonders enttäuschend angesichts des realen geschichtlichen Hintergrunds. 

Der ereignete sich in den 70ern, von denen die Handlung aus zurückblickt. Ernetti behauptete, den Chronovisor mit zwölf namhaften Forschern entwickelte zu haben. Darunter der für seinen Antisemitismus und seine Mussolini-Verehrung bekannten Agostino Gemelli und Wernher “Nazi Schmazi” von Braun. Aus den faschistischen Verstrickungen macht der intellektualistische Plot ebenso wenig wie aus er Parallele zu gegenseitigen Fake News. Gedreht auf grobkörnigen 16mm und untermalt von einem Soundtrack wie aus alten TV-Krimis, ist das akademischste Amalgam von Doku-Drama und Detektiv-Story vor allem stilistische Spielerei.

Fazit

Die unscharfe Grenze zwischen Fakt und Fiktion, unzuverlässige Quellen sowie die Verstrickung klerikaler, politischer und wissenschaftlicher Diskurse sind nur einige der faszinierenden Themen, die Jack Auen und Kevin Walkers imaginäre Gegenüberstellung von Metaphysik und Methodik lediglich oberflächlich streift. Selliers solides Spiel kann den Mangel dramatischer Substanz nicht ausgleichen. Dichte Atmosphäre steht gegenüber einer ernüchternd kargen Handlung, die sich in beständiger Wiederholung ähnlicher Szenen und Situationen erschöpft. Mehr interessiert an analogen Medien als philosophischen Motiven, verliert sich der Versuch einer cineastischen Chronovision in archivarischer Abstraktion. 

Kritik: Lida Bach

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