Inhalt
Als ein hochgefährlicher Pilz aus einem geheimen Labor entweicht, wird ein ehemaliger Bioterrorismus-Agent reaktiviert. Gemeinsam mit zwei jungen Mitarbeitern muss er sich einer unsichtbaren und außer Kontrolle geratenen Bedrohung stellen.
Kritik
Dass Jonny Campbells schwarzhumoriger Sci-Fi-Horror nahezu alle unterhaltsamen Ideen aus anderen Genre-Werken übernimmt und seine wilde Story mit einer Garde bewährter Stereotypen besetzt, tut dem Unterhaltungswert kaum Abbruch. Ironischerweise ist Jack Finneys einflussreiche Pulp Novel “The Body Snatchers”, die ihrerseits eine Reihe klassischer Verfilmungen inspirierte, nur ein liminaler Einfluss auf die Story um zwei Lagerhaus-Angestellte, die ein geheimes Biowaffen-Endlager entdecken. Klimaerwärmung und Verfall haben der Sicherung zugesetzt und die invasiven Pilzsporen sind bereits auf der Suche nach menschlichen und tierischen Wirtskörpern.
Letzte explodieren mal Minuten, mal wenige Stunden nachdem der grünliche Schleim sie infiziert hat. Kein schöner Anblick für den redseligen Travis aka Teacake (Joe Keery, Marmalade) und seine neue Mitarbeiterin Naomi ( Georgina Campbell, They See You). Während der Nachtschicht in einem entlegenen Self-Storage-Center stoßen die beiden auf den entfleuchten Pilz, der sich vor dem Lagerhaus in Naomis Ex (Aaron Heffernan, Bring Them Down) und einem Rehbock eingenistet hat. Doch dank der pflichttreuen Soldatin Abigail (Ellora Torchia, A Real Pain) sind die pensionierten Spezial-Agenten Robert (Liam Neeson, Ice Road: Vengeance) und Trini (Lesley Manville, Winter of the Crow) schon unterwegs - mit Atombombe im Handgepäck.
Technologische Absurditäten und wissenschaftlichen Nonsens muss man hinnehmen, damit der Plot funktioniert. An anderer Stelle wird das creepy Potenzial fundierter Details wie der beunruhigenden netzwerartigen Intelligenz von Pilzen beiläufig übergangen. Der Witz liegt in absurder Situationskomik, schrägen Splatter-Szenen und charmanten Details wie Vanessa Redgraves (The Lost Girls) tragikomischer Cameo. Gags über Altersgebrechen konterkarieren selbstironisch Liam Neesons Leinwand-Image als One-Man-Army. Die stringente Handlung fokussiert Figurendynamik und kondensierte Spannung, die sich aus dem ungewöhnlichen Schauplatz entwickelt. Dass der Fungus-Feind sichtbar CGI-animiert ist, rückt die Gore-Momenten in die Nähe von Slapstick.
Fazit
Dramaturgisch und stilistisch profitiert Johnny Campbells zweite Spielfilm-Arbeit von der Gegenüberstellung genretypischer Gegensätze. Der strategische Ernst routinierter Veteranen, auf darstellerischer und narrativer Ebene trifft auf die chaotische Intervention junger Randfiguren. Symbolisch und buchstäblich wird das Lagerhaus zum Konfrontationsort, an dem biographischer Ballast, ob sauber verstaut oder notdürftig weggesperrt, die Charaktere wieder einholt. Drehbuch-Veteran David Koepp variiert in der Leinwand-Adaption seines gleichnamigen Romans Motive aus Stephen Kings „Desparation“, die Senioren-Power von „RED“ und den ultimativen britischen Pflanzen-Horror „Day of the Triffids“. Derivativ kann auch amüsant sein.
Autor: Lida Bach