{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org
S2qf3mmkgxmbu0y0d5lw0aikvxm

Inhalt

Ein intimes Porträt dreier Generationen einer palästinensischen Beduinenfamilie in Jordanien. Inmitten von Vertreibung, Rassismus und inneren Konflikten werden ihre Liebe, ihr Humor und ihre Widerstandskraft auf eine harte Probe gestellt.

Kritik

Ein wehmütiger Gesang über die Sehnsucht nach einem Zuhause, das nicht mehr existiert. Eine alte Generation, mit deren Tod auch eine Lebenskultur langsam stirbt. Eine neue Welt, in der für diejenigen ohne angestammten Wohnsitz kein Platz gegeben ist. Asmahan Bkerat bündelt diese übergreifenden Motive ihrer wehmütigen Chronik einer familiären Entwurzelung, die sich unablässig mit jedem Neubeginn wiederholt, schon in der elegischen Eröffnungsszene. Der Großvater der drei Generationen umfassenden Beduinenfamilie Al-Najar rastet beim Schafe Hüten auf einer Wiese und sing die alte Melodie. 

Ein paar Jahre später wird nichts davon bleiben; weder die Wiese, noch die Tiere, noch der alte Mann. Durch diese schmerzliche Zeit seismischer Umbrüche auf privater und topographischer Ebene begleitet die Regisseurin die Familie, deren jahrhundertealte Tradition der Schafwirtschaft am Rande Ammans ihrem Ende entgegensieht. Die Großmutter und die Eltern der kleinen Geschwister, zu denen bald ein weiteres kommt, haben sich im Wissen um den unaufhaltsamen Wandel schon vor fünf Jahren um Wohnraum beworben. Doch die Verstädterung, die ihre Lebensweise verschlingt, schließt sie zugleich aus. 

Dieses bittere Paradox verstärkt die fundamentalen psychischen und ökonomischen Auswirkungen. Die Familie begegnet der Bedrohung mit Humor und Optimismus, doch ihre Resilienz stößt an ihre Grenzen. Der Tod eines Schafs und der Frühgeborenen Lämmchen wird zum düsteren Omen. Ein Einbruch in die Schlafstätte der Kinder zeigt die Auslieferung in der aus Planen improvisierten Behausung. Stetig näher rückende Bagger erinnern an die traumatische Flucht der Großelterngeneration aus Palästina. Während die Kamera geduldig bei den pragmatischen Routinen verweilt, schließt sich im Hintergrund der Kreislauf der Verdrängung. 

Fazit

Zugleich eingeschlossen und aufgeschlossen von der rapide expandierenden Metropole, wird die Beduinen-Familie im Fokus Asmahan Bkerats berührenden Gemeinschaftsbilds zu Personifikationen sozialstruktureller Segregation und Stigmatisierung. Lebensraum und Identität zeigen sich als untrennbar verbunden in der humanistischen Langzeitstudie klandestiner Marginalisierungsstrategien. Ohne Off-Kommentar und textliche Einordnung manifestiert sich Urbanisierung losgelöst von soziologischer Abstraktion manifestiert als einschneide Erfahrung der Entwurzelung. Die historische Transformation spiegelt globale Muster von Eigentumspolitik und sozialer Ungleichheit, die einseitig verteilter Fortschritt verschärft. Zwischen geometrischen Linien neuer Wohnblocks ist der offene Horizont nur noch eine verblassende Erinnerung. 

Kritik: Lida Bach

Wird geladen...

×