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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

In London werden innerhalb kurzer Zeit drei junge Frauen ermordet. Der Täter hinterlässt jedes Mal einen Strauß gelber Narzissen am Tatort. Inspektor Jack Tarling vermutet einen Zusammenhang mit einem Rauschgiftschmuggelring.

Kritik

Produktionsstau bei Rialto, was in dem Tempo ja praktisch unvermeidlich war. Aus verschiedenen Gründen rückte Das Geheimnis der gelben Narzissen in der Reihenfolge zurück und überließ Die toten Augen von London seinen vorgesehenen Platz im hauseigenen Edgar Wallace-Franchise. In der Folge wurden sowohl die Serien-Veteranen Harald Reinl (Der Frosch mit der Maske) & Jürgen Roland (Der rote Kreis) nicht wie geplant eingesetzt, sondern der gebürtige Ungar Ákos Ráthonyi (Der Fluch der grünen Augen) bekam den Regieposten zugeschanzt. Zudem ging Horst Wendlandt erstmals eine echte englische Co-Produktion ein, weswegen diesmal sogar vor authentischen Kulissen gedreht wurde. Das klingt schon prima, den – leibhaftig – größten Joker gab es aber abseits der Location noch obendrauf: Niemand geringerer als Christopher Lee (Dracula) ergänzte den ohnehin erlesenen Wallace-Cast. Obendrein ohne persönlichen Synchronaufwand. Multitalent Lee sprach seinen nicht gerade geringfügigen deutschen Part (inklusive „asiatischem“ Akzent) im Original. Bemerkenswert.

Schade, dass ausgerechnet dieser Rialto-Wallace sogar zu den schwächeren Vertretern seiner Gattung zählt. Dabei ist hier einiges recht innovativ oder zumindest experimentell. Der interessante Casting-Coup mit Christopher Lee sticht von Anfang an in Auge (und Ohr), was kaum beschönigt, dass seine Rolle eigentlich ein unangenehm gruseliges Relikt aus der Klischee-Gruft seiner Zeit darstellt. Davon waren damals aber selbst große Hollywood-Klassiker betroffen, was das Ganze nicht besser macht, nur kontextuell etwas abmildert. Man darf sich dennoch etwas wundern bis ärgern. Wäre verschmerzbarer, wenn dieser personell gut ausgestattete Streifen auch den augenzwinkernden Charme der bis dato besseren Serientäter mitbringen würde. Aufgrund des gewohnt hohem Figurenaufkommen und der undurchsichtigen Ausgangslage ist Langeweile nicht unbedingt das Problem, es fehlt eher an der gerne auch spleenigen Raffinesse – bis Idiotie – der Klassebesten.

Ohne Gespür für den selbstironischen Irrsinn der Serie rattert Ráthonyi den Plot runter und versteht überhaupt nicht, was für großartiges Potential er hier zur Verfügung hat. Joachim Fuchsberger ist trotz der Routine längst eine Klasse für sich, über Lee muss man trotz der schäbigen Rolle keine Worte verlieren, Ingrid van Bergen (Rosen für den Staatsanwalt) offenbart hier nie genutzte Weltklassepräsenz und Klaus Kinski (Spuren auf dem Mond) – wird schlicht und ergreifend verheizt. Als Loose Cannon von Sekunde eins fern jedweder Ambivalenz, was der eh zu schludrig erzählten Geschichte kaum von Nutzen ist. Immerhin zufällig wird hier das Fundament für das spätere Giallo-Phänomen gegossen: Ein geheimnisvoller Killer mit schwarzen Handschuhen und scharfer Klinger ermordet hübsche Frauen wegen eines letztlich dämlichen Motivs. Pionier-Arbeit, ohne Frage. Muss man deshalb aber nicht über Gebühr loben, aber tendenziell ist das wenigstens etwas.

Fazit

Kann gerne als zufällige Geburtsstunde des Giallo interpretiert werden, mehr als Zufall ist dabei aber kaum möglich. Im Grunde eher eine humorbefreite und etwas steife Edgar Wallace/Rialto-Verfilmung, dafür hervorragend besetzt – auch wenn nicht gerade optimal im Rahmen der Möglichkeiten.

Autor: Jacko Kunze

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