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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

In den Neunzigern taucht Slavik, ein obdachloser Herumtreiber aus Russland, in einem abgelegenen Dorf in der Zentralukraine auf. Nina, eine starke, unabhängige und deutlich ältere Frau, nimmt den Fremden bei sich auf. Während ihre Beziehung ihren Lauf nimmt, wird Liebe zu Verrat, und das Dorf offenbart seine verborgenen Regeln: Hier können Hexen nebenan wohnen und Tote mit den Lebenden sprechen.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

"Durch eine intime Geschichte von Liebe und Verrat ergründet der Film die verborgenen Wurzeln des russisch-ukrainischen Kriegs.", erklärt Natalka Vorozhbyt (Zilla) auf der Program-Seite des Locarno Film Festivals, wo ihre zweite Spielfilm-Inszenierung Premiere in der Sektion Filmmakers of the Present feiert. Dass ihr magisch-realistisches Melodram als Parabel auf die geopolitische Gegenwart angelegt ist, erschließt sich auch ohne die voreilige Erläuterung. Selbige impliziert eine Subtilität, von der das politisch-parabolische Potpourri aus toxischer Romanze, Fantasy-Märchen und Milieuschau weit entfernt ist.

Bereits in ihren Drehbüchern zu ihrem Spielfilm-Regiedebüt Bad Roads und Cyborgs: Heroes Never Die zeigt sich Vorozhbyt als keine Freundin dezenter Töne. Der sanfte Auftakt der Anfang der 90er Jahre, kurz nach der Auflösung der Sowjetunion, angelegten Handlung dient dementsprechend nur der Steigerung des Kontrasts zur sukzessiven Eskalation. Letzte signalisiert schon die erste Begegnung der verwitweten Branntwein-Brauerin Nina (Ruslana Pysanka, Rzhevsky Versus Napoleon, in ihrer letzten Rolle) und des vorgeblichen Literaten Slavik (Ruslan Harmash). Beider impulsive Affäre bringt das Schlimmste im jeweils anderen zum Ausbruch. 

Nina spricht ihrem nicht sonderlich heimlich schwarzgebranntem Fusel eifrig zu und überredet Slavik, der nach eigener Aussage keinen Alkohol mag, ihr nach zu tun. Im Rausch wird ihr Geliebter zum gewalttätigen Randalierer, der sich als Oberhaupt ihres Heims betrachtet. Die manierierte Metaphorik dieser Konstellation verstärken magische und märchenhafte Elemente, die das skurrile Setting im ländlichen Poltawa als mystische Machtquelle interpretieren. Das sichtbar knappe Budget spiegelt den Mangel origineller Ideen, den wildes Chargieren und surreale Exzesse nicht verdecken können.

Fazit

Fast gänzlich beschränkt auf die Wohnung der erst amourösen, dann antagonistischen Hauptfiguren, stilisiert Natalka Vorozhbyt deren allegorische Liaison zum kakophonen Kammerspiel. Gewaltausbrüche, Geisterspuk und Grusel-Akzente schrauben das krude Szenario ins Absurde. Der politische und historische Kontext beginnt diffus und kippt ins Abstruse. Komödiantische Karikatur und ernsthafte Kritik werden austauschbar im häuslichen Kleinkrieg. Reduziert auf ein Konglomerat an Klischees, sind die Figuren und der rudimentäre Plot überfordert mit den gewichtigen Themen imperiale Machtanmaßung, kultureller Entfremdung und kollektiven Widerstands. 

Kritik: Lida Bach

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