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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

Das Gefängnis in Volterra in der Toskana ist Schauplatz einer einzigartigen Kunstpraxis: Hinter seinen Mauern hat Armando Punzo drei Jahrzehnte lang mit Männern, die lange Strafen verbüssen mussten, seine Stücke inszeniert. Elsa Amiel erschafft einen faszinierenden Dialog zwischen Theater und Kino und verwandelt dabei den Gefängnisraum in eine paradoxe Erfahrung von Freiheit und Denken.

Kritik

“This is bigger than me … intense pain, infinite light … tell me which way to go“, rezitiert einer der Schauspielenden, die bei den engagierten Proben eines neuen Theaterstücks begleitet, unmittelbar vor der großen Premiere seinen Text. Die Fragmente des Monologs sprechen nicht nur für die Bühnenfiguren, sondern das ungewöhnliche Ensemble. Seine Mitglieder sind Inhaftierte der toskanischen Hochsicherheitshaftanstalt Volterra. In der auf Rehabilitation ausgerichteten Institution führt der Theater-Regisseur Armando Punzo seit 1988 mit Laien-Darstellern Stücke auf. 

Die Truppe im Mittelpunkt Amiels idealistischen Gruppenporträts nennt sich Compagnia della Fortezza nach der von den Medici errichteten historischen Festung, in der das Gefängnis angelegt ist. Das imposante Gemäuer wird zur perfekten Kulisse der Aufführungen, die den Mitwirkenden konstruktiven Dialog, kreative Ausdrucksmöglichkeiten und Gemeinschaft eröffnen. Gespräche über Dialoge und Bühnenfiguren und assoziative Übungen bereiten die Langzeitinsassen auf die Aufführung vor. Jene ist zugleich eine Vertrauensprobe; in die einander, in Personal und Publikum und sich selbst. 

Skizzenhafte Profile einzelner Häftlinge dienen als empathischer Anknüpfungspunkt und emotionale Akzente. Doch die dokumentarische Bühne gehört in erster Linie Punzo, der begeistert von der Kraft der Kunst spricht sowie den Erfolgen seiner Initiative. Deren Spannung und Trouble überlagert nahezu gänzlich das Haftsystem, das fast wie ein Urlaubs-Workshop wirkt. Das Theater-Projekt wird zum humanistischen und ästhetischen Filter, der einen kritischen Blick auf den Gefängnisalltag verklärt. Institutionelle Internierung erscheint wie eine sensible Sozialmaßnahme, Gestrauchelte auf den rechten Weg führt. 

Fazit

Der Titel Elsa Amiels dokumentarischer Projekt-Schau in der Tradition von "Dramatic Escape" und "Caesar Must Die" verweist zugleich auf das Innere des Hauptschauplatzes der Haftanstalt und das Innenleben deren Gefangener. Doch die einzige Introspektive bleiben die gänzlich positiven Vignetten der Häftlings-Theatertruppe. Jene ist mittlerweile Aushängeschild der Institution, über  interne Hierarchien und Abläufe der einseitige Exkurs ebenso wenig verrät wie über die finanziellen Voraussetzungen des Kunstprojekts. Der Titel verspricht tiefere Einblicke, doch die harmonischen Szenen bleiben außen vor. 

Kritik: Lida Bach

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