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Seine blutigen Kampfeinsätze in Afghanistan haben bei Kriegsveteran Vincent unauslöschliche Spuren hinterlassen. Der Elitesoldat leidet unter post-traumatischen Stress, der ihn mit Angstzuständen und Halluzinationen nicht gerade zum idealen Bodyguard für Jessie, die Frau eines reichen Libanesen, macht. Trotzdem tritt er den knallharten Security-Job auf dessen ultraluxuriösem Anwesen an und sieht sich bald hin- und hergerissen zwischen seinen Gefühlen für Jessie und der tödlichen Bedrohung für die Familie, die er als Einziger zu sehen scheint.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Wie es häufig bei Filmen der Fall ist, denen keine Kinoauswertung vergönnt wurde, suggeriert der Titel etwas ganz anderes, als es das Produkt selbst rechtfertigen könnte: Auf Der Bodyguard – Sein letzter Auftrag von Alice Winocour (Augustine) trifft genau das wieder zu. Im Originalen zuvorderst als Maryland respektive Disorder vertrieben, möchte man das Werk im deutschen DTV-Sektor wohl als mehr oder weniger actionorientierten Kracher unter die Leute bringen – der Untertitel unterstreicht indes noch einmal die verheißungsvolle Fallhöhe. In Wahrheit ist Der Bodyguard – Sein letzter Auftrag aber das genaue Gegenteil eines grellen Reißers und gefällt über seine gut 100-minütige Laufzeit vielmehr als zurückgenommener, psychografischer Slow-burner, der Blicke und Gesten, anstelle von Fäusten sprechen lässt.

Besonders auffällig an Der Bodyguard – Sein letzter Auftrag ist, mit welcher Bedachtsamkeit Regisseurin Alice Winocour Gemütsregung um Gemütsregung durch den suggestiven Klangteppich unterstreicht. In der ersten Szene sehen wir Hauptdarsteller Vincent (Matthias Schoenaerts, Der Geschmack von Rost und Knochen), der sich mit seinem Trupp beim tagtäglichen Lauftraining befindet. Die Kamera verharrt dabei im angespannten Konterfei des Soldaten, während sich auf der Tonspur ein verzerrtes Hämmern aus elektronischen Salven zu einem ohrenbetäubenden Crescendo aufbäumt: Diesem Mann pocht der Krieg unentwegt in seinem Kopf, was das Thema des Films adäquat auf den Punkt bringt. Diese findigen Mechanik, das Visuelle und Auditive im sensitiven Gleichklang aufeinander abzustimmen, gemahnt bisweilen an die hohe Kunst eines Nicolas Winding Refn (Only God Forgives).

Alice Winocour versteht, den filmischen Raum, den Der Bodyguard – Sein letzter Auftrag für sich beansprucht, gekonnt durch das Minenspiel der Schauspieler auszunutzen und dieses, fein-säuberlich abgestimmt, durch die impulsive Soundkulisse zu intensivieren. Es wird jedoch auch schnell deutlich, dass der wortkarge Film nicht immer in der Lage ist, sein Konzept erstrahlen zu lassen, was vor allem in den Momenten deutlich wird, wenn Matthias Schoenaerts und seine Kollegin Diane Kruger (Das Vermächtnis der Tempelritter) interagieren. Schoenaerts überrollt seine Partnerin regelrecht, ist ausdrucksstark und nuanciert, Kruger hingegen bleibt blass und findet keine Möglichkeit, der nach innen gekehrten, psychologisch-motivierten Marschroute der Inszenierung gekonnt zu begegnen. Dass Der Bodyguard – Sein letzter Auftrag aber hin und wieder an Druck innerhalb seiner handwerklichen Dichte einbüßt, ist nicht allein ihr anzurechnen.

Fazit

In jedem Fall ist "Der Bodyguard – Sein letzter Auftrag" keine Stangenware, wie er der deutsche Verleihtitel suggeriert, sondern ein größtenteils dicht erzähltes Charakter-Drama um einen Kriegsheimkehrer, der sich in der zivilen Welt nicht mehr zurechtfindet. Neu mag das nicht sein, aber Alice Winocour nutzt die filmischen Räume vor allem für einen eindringlichen Klangteppich, der gerade Matthias Schoenaerts starker Performance viel zusätzliche Kraft einräumt. Trotzdem besitzt der Film zu viele Momente, in denen man als Zuschauer immer wieder bemerkt, dass der Funke doch nicht ganz überspringen will. Zu phlegmatisch agiert Winocour zwischen den inszenatorischen Glanzpunkten, zu blass wirkt Diane Kruger an der Seite des ausdrucksstarken Matthias Schoenaerts.

Autor: Pascal Reis

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