Während die gesamte Story theoretisch äußerst erheiternd klingt, ist die Umsetzung weniger gelungen, als man denkt. Auf den ersten Blick hat Der Psycho-Coach - Mörderische Therapie alles, was man für einen passablen Film braucht: eine originelle Idee, ein brauchbares Drehbuch, spielfreudige Darsteller. Doch recht schnell drängt sich der Verdacht auf, dass all das trotzdem nicht reicht, um einen auf ganzer Linie gelungenen Film zu erschaffen. Dabei spielt sogar Steve Buscemi (Kindsköpfe 2) mit, der allein durch seine Anwesenheit für Lacher sorgen könnte, aber es dennoch aus irgendeinem Grund nicht tut. Vermutlich, weil der Film extrem dialoglastig ist und der Humor sich irgendwie aus permanenter Wiederholung ergeben soll. Man merkt zwar ganz genau, welche Stellen als lustig angelegt sind, doch leider wollen die Witze einfach nicht zünden, es sei denn, man steht drauf, dass der Protagonist über verschiedene Kartoffelsorten philosophiert und seine Frau erzählt während einer Therapiesitzung auch noch, wie er ihr bereits in der Vergangenheit eine Geschichte über Kartoffelsorten erzählte. Das ist leider alles andere als witzig.
Wenn man ganz ehrlich sein soll, dann ist die gesamte Kartoffelgeschichte unglaublich öde und sie wird auch durch Wiederholung nicht witziger. Auch nicht, wenn ein Lama hinzukommt. Trotz der ganzen Versuche, lustig zu sein, bleibt der Film schlichtweg langweilig und ihm fehlt nicht nur das gewisse Etwas, sondern auch jede Leichtigkeit, und er gerät immer wieder ins Stocken. Regisseur Tolga Karaçelik (Sarmasik) versucht mit aller Macht, seinen Humor in den Film zu pressen, aber bedauerlicherweise nur mit mäßigem Erfolg. Während man zu Beginn des Films noch glaubt, dass Der Psycho-Coach noch in der Aufwärmphase ist, begreift man mit der fortschreitenden Filmdauer, dass immer weniger Zeit bleibt etwas Gescheites aus diesem Film herauszuholen. Nach langen, unlustigen Therapiesitzungen geht es irgendwann mal doch mit der Handlung voran und insbesondere im letzten Drittel passiert dann endlich etwas, was man durchaus als Action verbuchen könnte. Doch so richtig spannend wird der Film eigentlich nie, und das, obwohl die Handlung mit entsprechender Musik untermauert wird, die für Spannung sorgen sollte.
Man kann deswegen dem ganzen Film nur wenig Gutes abgewinnen, auch wenn man am Anfang tatsächlich noch nicht genau sagen kann, worauf der Film hinausläuft. Solange man es noch nicht erkennt, besteht noch ein bisschen Hoffnung und diese Phase des Films ist einigermaßen fesselnd. Es klingt auf den ersten Blick durchaus interessant, dass ein Autor in seiner Schaffenskrise einem ehemaligen Serienmörder begegnet, der ihm nicht nur beim Schreiben helfen, sondern auch seine Ehe retten soll. Der Ausgangspunkt des Films regt zunächst die Fantasie an, aber nur so lange, bis man erkennt, was aus dieser Idee im Endeffekt gemacht wurde. Insgesamt wirkt Der Psycho-Coach einfach zu bemüht und zu langatmig. Auch wenn man nicht ganz von der Hand weisen kann, dass manche Passagen als lustig interpretiert werden könnten. Es kommt eben stark auf den persönlichen Geschmack an. Der Psycho-Coach ist, was seinen Humor angeht, eben sehr speziell. Der Film ist weder Mainstream noch Arthouse, sondern etwas Langweiliges dazwischen. Man kann diesen Film mögen, muss man aber definitiv nicht.