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Inhalt

Englischer Spionage-Thriller von Richard Marquard aus dem Jahre 1981. Der deutsche Spion Henry Faber (Donald Sutherland), in England nur die Nadel genannt, findet während des Zweiten Weltkrieges ein wichtiges Detail raus: an welcher Stelle, die Alliierten am D-Day landen wollen. Als sein Fluchtversuch aus scheitert, stösst er auf ein Pärchen, das ihn rettet...
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Basierend auf dem drei Jahre vorher erschienenen, gleichnamigen Roman von Ken Follett („Die Säulen der Erde“) inszeniert Richard Marquand („Die Rückkehr der Jedi-Ritter“) diesen klassischen Spionagethriller um den deutschen Doppelagenten Faber, der im Jahr 1944 möglicherweise kriegsentscheidende Informationen über die geplante Landung der Alliierten in Frankreich in seinem Besitz hat. Gejagt von der britischen Regierung soll er von einem deutschen U-Boot eingesammelt und zum Führer persönlich gebracht werden, ein Sturm macht ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Gestrandet an der Küste vom schottischen Storm Island findet er Zuflucht bei einer Familie, die dort abgeschieden von der Zivilisation lebt. Sie ahnen nicht, wem sie dort Unterschlupf gewähren. Und zu allem Überfluss kommt es zwischen Faber und der Hausherrin zu Intimitäten…

„Die Nadel“ ist einer dieser Filme, die man im positivsten Sinne altmodisch nennen kann. Marquand verlässt sich bei seiner relativ werkgetreuen Umsetzung auf die reine Grundspannung der Geschichte, ohne sie unnötig aufmotzen zu müssen. Großartige Überraschungen oder Wendungen gibt es nicht zu sehen, sind auch überhaupt nicht nötig. Der Plot generiert genügend Kurzweile und an Marquands zwar unspektakulären, dafür sicheren, bodenständigen Umsetzung gibt es nichts auszusetzen. Mit gut 108 Minuten wurde das perfekte Maß gefunden, um das Tempo nicht gehetzt wirken zu lassen, gleichzeitig aber auch nie für Längen zu sorgen. Im Prinzip ist der Film in zwei Abschnitte zu unterteilen, denen jeweils genügend Zeit gewidmet wird. Da wäre zunächst – nach der kurzen Einführung der (später) wichtigsten Figuren im Jahr 1940 – die Flucht von dem nach jahrelangen Doppelleben aufgeflogenen Faber alias Die Nadel, für den die Luft immer dünner wird. Der Krieg geht auf seine entscheidende Phase zu, nun sind wichtige Geheiminformationen über die Pläne des Feindes nicht mit Gold aufzuwiegen. Dementsprechend werden seine Einsätze riskanter, immer mehr Gleichgesinnte werden verhaftet, gefoltert oder laufen über. Der MI5 ist ihm dicht auf den Fersen, dennoch entwischt er ihnen immer wieder und gelangt sogar an hochbrisante Fotos, die eine angebliche Invasionsvorbereitung der Briten als schlichtes Ablenkungsmanöver enttarnt. 

Mit diesem Wissen wären die Deutschen dem Gegner eventuell den entscheidenden Schritt voraus. Der britische Geheimdienst setzt alle Hebel in Bewegung, den Spion dingfest zu machen, aber Faber ist kein herkömmlicher Spitzel. Viel zu gut ausgebildet, über die Jahre zu gut integriert und angepasst und vor allem mit einer furchterregenden Skrupellosigkeit ausgestattet. Wer ihm in die Quere kommt oder kommen könnte, bekommt in sekundenbruchteilen sein Stilett in den Bauch gerammt. Selbst vor eigentlich Verbündeten macht er keinen Halt, wenn sie drohen weich zu werden. Nur ein Unwetter verhindert seine Flucht und lässt ihn zum Gast einer kleinen Familie werden, die in einer Krise steckt. Damit beginnt der zweite Teil der Handlung. Der Ehemann, ein ehemaliger Kampfpilot, ist seit einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt. Verbittert und seiner Frau schon lange nicht mehr respektvoll gegenüber. Diese hat sich für ihren Mann und ihren kleinen Sohn praktisch aufgeopfert, sehnt sich nach Zuneigung. Die bekommt sie ausgerechnet von Faber. Dem Mann, der sich sonst keine Gefühle erlauben darf. Alles und jeden aus dem Weg räumt, nur um seine Mission zu erfüllen. Sie verfällt dem anziehenden Fremden und er erlaubt sich, für kurze Momente den Fokus nicht auf seine Aufgabe zu richten. Mit schwerwiegenden Folgen, für alle Beteiligten.

Eine packende Ausgangslage, die von Richard Marquand gekonnt inszeniert wird. Trotz ruhiger Passagen büßt der Film seinen Erzählfluss niemals ein, lebt von der Anspannung, die sowohl von Faber als auch von seinen Jägern ausgeht. Er steht kurz vor der Erfüllung seines wichtigsten Auftrags, was gleichbedeutend mit einer verheerenden Niederlage für die Alliierten wäre. Minuten können womöglich über den Ausgang des Krieges entscheiden. Obwohl es nicht dauernd erwähnt wird, genau diese Gefühl vermittelt „Die Nadel“ in jedem Moment. Das stimmungsvolle Setting trägt einen großen Teil zur Atmosphäre bei. Die eigentlich beschauliche Idylle von Storm Island wirkt, dem Namen entsprechend, wie die Ruhe vor dem Sturm. Mit wunderbaren Landschaftsimpressionen bebildert. Aber was bzw. wer den ganzen Laden erst richtig zusammenhält, ist eindeutig Donald Sutherland („Wenn die Gondeln Trauer tragen“), dem die Rolle des Faber wie auf den Leib geschneidert ist. Seine Art zu spielen, seine Ausstrahlung passt perfekt. Von einer Sekunde auf die andere kann er von charmant auf dämonisch umswitchen, man würde ihm den liebenswerten Kerl sofort abkaufen, wenn man als Zuschauer nicht sein diabolisches Ich kennen würde. Sein Blick sticht wie tausend Nadeln. Zwischen warm und eiskalt liegen nur Wimpernschläge. Ohne ihn würde der Film sicherlich nicht so gut funktionieren.

Fazit

Filme wie „Die Nadel“ waren damals schon klasse und wirken jetzt wie eine kleine Wohltat. Das lange übersättigte und seit Jahren kaum noch verwendete Zweite-Weltkriegs-Spionage-Genre würde in der Form heute wohl kaum noch gemacht werden. Nur wenige Hauptfiguren, eine straighte, schnörkellose Geschichte ohne Twist und überkonstruierten Quatsch, kein unpassender Actionfirlefanz. Einfach ein spannender, gut erzählter Film mit einem herausragenden Charakterkopf in der Hauptrolle.

Kritik: Jacko Kunze

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