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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Ein junger Pastor durchlebt einen harten Winter in einer texanischen Kleinstadt. Sein Einsatz für obdachlose Menschen stösst in seiner Gemeinde auf Widerstand und legt tief verwurzelte Vorurteile und strukturelles Versagen offen. 

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Peter Brunners (Luzifer) harsches Sozialdrama ist sichtbar eine Produktion mit überschaubarem Budget, das zusammenzukriegen den österreichischen Regisseur dennoch fünf Jahre kostete. Es ist kein Thema, mit dem sich die Leute befassen wollen, schon gar nicht in diesen Zeiten, kommentiert Hauptdarsteller Caleb Landry Jones (Dracula – Die Auferstehung). Gerade darin bestätigt sich die Dringlichkeit der von realen Ereignissen inspirierten Geschichte eines jungen idealistischen Pastors (Jones), dessen Unterstützung obdachloser Menschen unter den Einwohnern des im ländlichen Texas angelegten Schauplatzes auf erbitterten Widerstand stößt. 

Unter 150 US-Bürger*innen ist mindestens eine Person von Wohnungslosigkeit betroffen. Trumps Umleitung Millionen staatlicher Gelder aus Sozialprojekten und Notunterkünften in Straf- und Zwangsmaßnahmen droht die Lage weiter zu verschärfen und parallel dazu die Stigmatisierung. Letzte ist ein Kernmotiv der bedrückenden Mischung aus Milieustudie und ethischer Allegorie. Pastor Nick ist noch neu in der konservativen Gemeinde, die ihm mit spürbarem Mistrauen begegnet. Daraus wird offene Feindseligkeit als er anregt, eine kleine Gruppe obdachloser Menschen zu beherbergen.

In eisiger Kälte hausen Raven (India Marie Cross) und ihre Gemeinschaft am Waldrand in ein paar Zelten. Ihr anfängliches Misstrauen weicht zaghafter Hoffnung, als sie Nicks aufrichtige Absichten erkennt. Doch seine Gemeinde will bestenfalls eine Runde für ihre hungernden und frierenden Mitmenschen beten, als diese praktisch zu unterstützen. Mit einer Handvoll Mitstreiter*innen ergreift Nick die Initiative, was die rechts-republikanischen Ortseinwohner als Affront auffassen. In schnörkelloser Dokumentar-Optik gefilmt, entfaltet sich das Szenario als desillusionierter Gegenbild sozialromantischer Inspirationsmärchen. 

Umso näher die Ortsbewohner*innen den Obdachlosen kommen, umso aggressiver werden sie. Hin- und hergerissen zwischen Schuldgefühlen aufgrund seiner eigenen Familiengeschichte, Mitgefühl und wachsender Wut, ringt Nick mit seinen moralischen Überzeugungen. Fahles natürliches Licht und kühle Farben verstärken die humanistisch und sozial gleichermaßen frostige Atmosphäre. Christliche Nächstenliebe ist nur ein rissiger Firnis, unter dem Rassismus und Klassismus gären. Die prekäre materielle Lage der Kirchengemeinde verstärkt deren Aggression gegenüber den Bedürftigen, denen sie die ihnen verwerte Anteilnahme und Hilfe missgönnen. 


Fazit

Basierend auf den gelebten Erfahrungen und Berichten der obdachlosen Menschen, die sich vor der naturalistischen Kamera selbst spielen, seziert Peter Brunners nüchternes Sozialdrama die christlich-konservative Mentalität im sogenannten Bible Belt der USA. Dort brüten wachsende Verarmung und Existenznot statt Solidarität nur irrationale Wut auf die vermeintliche Konkurrenz im verbissenen Kampf um den letzten Rest Mitgefühl. Parallel zur sukzessiven Eskalation des minimalistischen Settings steigert sich die latente Spannung. Soziales Engagement und reaktionäre Radikalisierung offenbaren sich als zwei Facetten fanatischen Glaubens an moralische Legitimation. 

Kritik: Lida Bach

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