{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Im Frühjahr 1999 erreicht die belgischen Unternehmer Luc und Geert die Nachricht, dass Journalisten ihr Netzwerk aus Briefkastenfirmen aufdecken wollen. Eine Vorstandssitzung wird eilig einberufen. Beweise müssen vernichtet, Diskretion erwirkt werden – schon morgen früh wird die Polizei vor der Tür stehen. Nach dem Meeting gehen beide auseinander und beginnen ihren letzten Tag als freie, reiche und mächtige Männer. Technikgenie Luc zieht sich in seine Villa zurück. Er bekommt den Eindruck, dass seine Frau Alma offenbar die ganze Zeit Bescheid wusste. 

  • En40futl1f7rlscxqaotl0aiena
  • Dfiphwwe3d1lqwd1d6sxo4qnc9l
Quelle: themoviedb.org

Kritik

Zwischen Selbstmitleid und Schuldverständnis distanzieren und nähern sich die prototypischen Protagonisten Anke Blondés (The Best of Dorien B.) spröder Kombination von Charakterstudie und Kapitalismus-Kritik. Vor der kühlen Kulisse des ländlichen Belgiens, dessen pittoreske Provinzialität die biedere Business-Persona des zentralen Figurenpaares spiegelt, zeigt sich das Zerplatzen einer ökonomischen Bubble als zermürbend zäher Niedergang. Mit belehrender Didaktik begleitet die belgische Regisseurin in ihrem staubtrockenen Berlinale Wettbewerbsbeitrag die wohl uncharismatischsten Technokraten, die man sich denken kann, durch ihren letzten Tag als freie reiche Männer. 

Die Eingangsszene, in der Geert (Arieh Worthalter, Who by Fire) und Luc (Jan Hammenecker, Geliebte Köchin) auf einer Messe eine im Rahmen der kurz vor der Jahrtausendwende angelegten Handlung augenscheinlich revolutionäre Sprachtechnologie vorführen, gleicht einer Kurzversion des auf fast zwei Stunden ausgewalzten Plots. Das eingespielte Duo mit dem Charme und Charisma kleinstädtischer Staubsauger-Vertreter präsentiert einem internationalen Publikum seine Technik und vorgeblich lukrative Deals. Tatsächlich ist ihr IT-Imperium ein Ponzi Scheme, das sich seit Jahren über Briefkasten-Firmen und bald bankrotte Kleininvestoren finanziert. 

Bei einer gemeinsamen Klo-Pause eröffnet den beiden ein britischer Reporter, dass sein nächster Artikel ihre Machenschaften enthüllen wird. Würde der Plot nicht konsequent jede Form von Dynamik verweigern, wäre dies das ideale Setup für eine Impuls-Tat. Doch die beiden streiten gefasst alles ab,um bei nächster Gelegenheit diskret den Ernst der Lage zu checken. Jene ist sehr ernst, was weder zu Spannung führt noch menschlichem Drama. Akten werden geschreddert, Geldbündel vergraben und zum Henkerfrühstück teilt man sich schon wieder Zimtschnecken. 

Fazit

Es staubt wahrhaftig in Anke Blondés formal und dramaturgisch gleichsam vertrockneten Anti-Thriller, der den rapiden Niedergang zweier belgischer Business-Männer in Zeitlupe verfolgt. Psychologische Wandlungen gibt es ebenso wenig wie emotionale Eskalationen. Eine von trüben Graus, Braun und Beige bestimmte Farbpalette verstärkt die Aura fader Biederkeit. Solides Schauspiel kann die blassen Charaktere nicht origineller machen. Ein Hauch Humor hätte die Biederkeit ins Satirische steigern können, doch Witz existiert nicht in dem handwerklich passablen Konstrukt, so faszinierend wie eine leere Diskette. 

Kritik: Lida Bach

Wird geladen...

×