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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die Waisenkinder Owusu und Adobea durchqueren das ländliche Ghana mit nur einem Ziel: ihren letzten rechtmässigen Elternteil zu finden, der ihnen ihre Identität zurückgeben kann. In der turbulenten Metropole Accra treffen sie auf die Jackals, eine Bande Jugendlicher, die auf sich allein gestellt sind und von Tricks und Diebstählen leben. 

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

„Es trifft uns alle“, bedeutet der aus dem Pidgin English übersetzte Titel Amartei Armars mitreißenden Spielfilm-Debüts, dessen vibrierende Inszenierung und impulsiver Plot die individuelle Erfahrung der jungen Protagonisten mit übergreifenden sozialen Konflikten in einer Ära geopolitischer Umwälzungen verknüpft. Selbstbewusstsein und kreativer Dynamik des jungen ghanaischen Kinos durchdringen den energetischen Einblick in den alltäglichen Überlebenskampf einer heranwachsenden Generation gerissen zwischen Resignation und Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die Suche nach letzter eint die grundverschiedenen Charaktere über alle Differenzen. 

Persönliche Schicksale spiegeln die harschen sozialstrukturellen Bedingungen, die sich von den ländlichen Gegenden bis in die hektische Metropole erstrecken. Dorthin zeiht es auch den jugendlichen Halbwaisen Owusu, der mit seiner kleinen Schwester Adobea nach seiner Mutter sucht. An die emotionale Komponente knüpft sich eine institutionelle Motivation. Als letzte erwachsene Angehörige könnte ihre Mutter ihnen ihre amtliche Identität enthüllen. Beider existenzielle Reise erzählt parabolisch die kulturelle und nationale Streben nach Zugehörigkeit und Stabilität, ohne Autarkie und Individualität dafür aufzugeben. 

In der Clique des erfahrenen Ziggy (Emmanuel Wilberforce) finden die Geschwister eine Ersatzfamilie, die ihnen hilft, sich in den gefährlichen Straßen Accras durchzuschlagen. Doch auch diese Schutzsphäre ist flüchtig. Freude und Verzweiflung, Schönheit und Brutalität wechseln beständig in der lebenssprühenden Milieustudie. Der kongeniale Soundtrack treibt zusätzlich das pulsierende Tempo der Handlung, die so rastlos bleibt wie ihre Figuren. Augenblicke der Ruhe und Geborgenheit sich kurz und rar in dem authentischen Bild persönlicher und kollektiver Emanzipation. 

Fazit

Zusammenhalt und Freundschaft, die Streitereien und Bedrängnissen überdauern, sind als zentrale Motive Amartei Armars sozialrealistischen Debüt-Dramas sinnbildlicher Aufruf zu gesellschaftlichem Gemeinschaftsgeist. Ausgehend von der Handlung seines 2018er Kurzfilms Vagabonds begleitet der Regisseur und Drehbuchautor eine durch historische Gewalt und wirtschaftliche Instabilität entwurzelte Jugend. Der Cast aus Laien und Newcomern integriert seine eigenen Lebenserfahrungen organisch in die semi-fiktionalen Porträts. Humor und Resilienz prägen das bewegende Porträt einer entschlossenen Generation, die sich ihren Platz in der Welt erst erkämpfen muss.

Kritik: Lida Bach

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