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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
Cast: Reeves

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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die Geschichte folgt einem gefeierten Schriftsteller, der seine entfremdeten Kinder bittet, Weihnachten gemeinsam in dem Haus zu verbringen, in dem sie als Kinder die Sommer verbracht haben.

Kritik

Der Titel Roberto Buesos (Full of Grace) tragikomischer Familiengeschichte müsste eigentlich im Plural sein. An schlechten Vätern herrscht auf der Leinwand kein Mangel; das gilt auch im weiteren Sinn hinsichtlich der zahllosen Film gleicher Machart, die von verspäteten Vater-Kind(er)-Versöhnungen erzählen. Das Narrativ, sowohl das filmische als auch das von derlei Werken aufrecht gehaltene soziale Narrativ, bleibt stets das selbe. Ein Vater wie Titelcharakter (Eduard Fernández, Anatomy of a Moment), der nie für seine drei älteren Kinder da war, will sich vor seinem Tod oder in einer Krisensituation mit ihnen aussöhnen.

Das widerstrebt dem Nachwuchs anfangs mal mehr, mal weniger. Oder im Fall des Trios, das der wohlhabende Geschäftsmann Santiago Balmes (Fernández) aus erster Ehe hat, teils mehr, teils weniger. Der erstgeborene Sohn Damian (Francesco Carril, Ein Leben ohne Liebe ist möglich, aber sinnlos) lebt noch mit Mitte vierzig von Papas monatlichen Geldgaben und will die finanzielle Zuwendung bewahren. Tochter Clara (Meritxell Calvo, Smiley) hat das als erfolgreiche Geschäftsfrau nicht nötig und ist renitenteste gegenüber der heilen Familienfassade. Doch Bueso und sein Co-Drehbuchautor Óscar Díaz nutzen Claras unerfüllten Kinderwunsch als Symptom elementaren Mangels an Elternkompetenz. 

Dem jüngsten Sohn Alberto (Adam Jezierski, Wand an Wand) wiederum graut vor der eigenen anstehenden Vaterschaft, denn, wie er Santiago anschreit: „Mein einziges Rollenbild bist du.“ Und die unzähligen ähnlichen Filmfiguren, die vermitteln, dass ein Vernachlässigen der Kinder für Männer stets verzeihlich sei. Santiago hält während eines der plumpen Erklär-Dialoge, in denen Figuren ihr Befinden dem Kinopublikum ausführlich beschreiben, einen ganzen Monolog darüber, das familiäres Desinteresse bei Vätern normal und regelrecht naturgegeben sei. Frauen wären hormonell auf Mütterlichkeit gepolt, Männer hingegen hätten Karriereziele, Lebenslust und intellektuelle Berufungen. 

Bei Santiago ist das ein unveröffentlichtes Manuskript im Nachlass. Dessen Verlag wird Alberto eingedenk seines Vaters regeln, so die unmissverständliche Implikation der plakativen Inszenierung. Darin dient abgeschmackter Humor wie so oft der Legitimation und dem Lancieren reaktionärer Ideologien, die keineswegs ironisch gemeint sind. Dass Santiago seine erste Frau mit drei Kindern allein lässt, sein Umfeld bis zuletzt emotional manipuliert und seine Verachtung gegenüber den älteren Kindern unverhohlen ausspricht, gilt als akzeptabel und gar amüsant, weil er sie in seinen letzten Tagen einmal zum Essen einlädt.

Fazit

Übler als der toxische Titelcharakter ist Roberto Buesos buchstäblich patriarchalische Posse, die dessen exemplarisches Verhalten bagatellisiert, legitimiert und normalisiert. Selektive Zuneigung zu einem von vier Kindern wird als Beweis väterlicher Verbundenheit gewertet, während Distanz seitens der Nachkommen angesichts der proklamierten Abneigung ihres Vaters als Gefühlskälte dargestellt wird. Die sich in der nächsten Generation fortsetzenden Konflikte lösen sich ebenso willkürlich und abrupt wie das bildungsbürgerliche Milieu seine Familienfassade rekonstruiert. Chargierendes Schauspiel, eindimensionale Figuren-Stereotypen und überkonstruierte Dialoge machen die derivative Burleske so anstrengend wie den heimlichen Hauptcharakter. 

Kritik: Lida Bach

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