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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Klaus Fried setzt sich in einer selbstgedrehten Dokumentation mit  den Erinnerungen an und der Lebensgeschichte seines Vaters Erich Fried auseinander. 

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Der Vater sei ihm immer fremd geblieben, vermittelt Klaus Fried in seinem dokumentarischen Kino-Debüt. Nach dessen Sichtung geht es dem Publikum ähnlich bezüglich des titelgebenden Dichters und Übersetzers, der als ein wichtiger Vertreter der deutschen Nachkriegslyrik gilt. Dessen moderate Bekanntheit dient dem Regisseur und jüngsten Sohn Frieds mehr zum Anlass für eine episodische Selbsterkundung als einem biografischen Bildnis oder werkgeschichtlichen Werdegang des Vaters. Der wurde 1921 in Wien in einer jüdischen Familie geboren, floh 1938 vor den Nazis nach England und verstarb 1988 in Baden-Baden. 

Diese Informationen finden sich auch auf Wikipedia und viel aufschlussreicher als das, was dort steht, wird es nicht vor der Kamera. Die zeigt nur vereinzelte Ausschnitte alten Filmmaterials, um wenigsten etwas historischen Nimbus zu schaffen, und alte Aufnahmen des Titelcharakters. Der überwiegende Teil der Laufzeit gilt Fried, Jr. Er trifft seinen älteren Bruder, der sagt, er habe sich vom Vater gehört gefühlt. Er besucht seine Mutter, die ihn ermahnt, sie nicht zu filmen und auch von unwahren Dingen spricht, doch was sie meint, bleibt unklar. 

Fried, Jr. filmt sie dennoch weiter. Meistens aber filmt er sich: bei einem Berlin-Ausflug, wo er auf der Topographie des Terrors pausiert. Beim Blättern in alten Briefen, von denen Fried, Sr. über ein Dutzend an Michael Kühnen, einem der einflussreichsten Neo-Nazis der BRD, schrieb und das sehr herzlich. Angeblich, weil er an das Gute im Menschen glaubte. Dass die Brieffreundschaft nicht verschwiegen wird, ist immerhin etwas, doch zu kritischem Hinterfragen kommt es nicht. Zwischendurch geht Fried, Jr. auch mal zur Massage. Kamera-Präsenz ist augenscheinlich verspannend. 

Fazit

In einer frühen Szene seiner Debüt-Doku besucht Klaus Fried auf Londons Kensal Green Cemetery Erich Frieds Grabstein. Der hat einen Riss. Darüber, wer der Mensch war, der darunter liegt, sagt das wenig. Das aus der anekdotischen Auseinandersetzung entstandene filmische Fried-Porträt ist weniger eines des Vater als des Sohnes. Der interviewt Verwandte und Bekannte, zitiert ein paar Gedichte, doch zu weitreichenderer Recherche fehlt augenscheinlich der Elan. Die Fragmente einer mäandernde Monographie liefern weder psychologische Einblicke noch eine frische Perspektive auf Fried. Was bleibt ist egozentrische Essayistik. 

Kritik: Lida Bach

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