{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Als seine Sexpuppe Audrey plötzlich zum Leben erweckt, wird das Leben des Kunstrasenverkäufers Rémi auf den Kopf gestellt. Während Audrey ihr neues Menschenleben entdeckt, beginnt Rémi nach und nach Zuneigung für seine Kollegin Patricia zu empfinden.

  • Qntbenmhjndwhdgzgaihn7bllk9
  • Tqdbkle2o6mmexdvhooeh5z1ool
  • Clkqcjl2am4yr2nragp7m7xoa5g
  • 2gufyxaortpyfnqsxord9xij4xp
  • 3rwc9klvuwaksgiyjpyqwwnqzxt
  • Qqfkfh2z00nzgbazm55ukdjhxou
  • 5myur2xhqul5rp23s8qqvs3mkc4
  • 9bxc1nqnfly1ash4nilmmpj99od
  • 54rrsyebenci3xdmxtpgffiohsk
Quelle: themoviedb.org

Kritik

Vereinzelt spielt Sophie Beaulieu in ihrem Spielfilmdebüt mit jenen seichten Horrorassoziationen, die schon der französische Originaltitel La Poupée und auch der internationale Vertriebstitel The Doll wecken. Die deutsche Titelvariante hingegen geht von vornherein auf Nummer sicher: Nein, das hier ist kein neuer Puppenhorror, auch keine wirklich spitzzüngige Kritik am Patriarchat. Frühstück bei Audrey ist in erster Linie eine austauschbare romantische Komödie und so gar nicht unheimlich. Höchstens auf andere Art und Weise.

Wirklich im Mittelpunkt steht die von Zoé Marchal (All Time High, Overdose) gespielte Audrey, die eines Tages zum Leben erwacht, ihr neues Dasein kennenlernen muss und, wie der Film selbst, überwiegend auf die männliche Hauptfigur Rémi (, Das Leben ist ein Fest) fixiert ist, ohnehin nicht. Die Dynamik zwischen ihr und dem naiven einfältigen Protagonisten, der mittelmäßig erfolgreich Kunstrasen verkauft, baut weder auf eine überzeugende Chemie noch auf ansatzweise frischen Ideen auf.

Stattdessen recycelt Frühstück bei Audrey bekannte austauschbare Genre-Muster und Genre-Versatzstücke,  vom stolperhaften Kennenlernen patriarchaler Konventionen bis zum unangenehmen Kennenlernessen mit den Schwiegereltern. Ohne zündende Situationskomik oder nennenswerte Schlagfertigkeit. Was die lebendig gewordene Puppe dabei wirklich kann und was nicht, was sie weiß, fühlt, denkt und hinterfragt, schwankt inkonsequent je nach dem was in der dürren, klischeehaften Handlung gerade gebraucht wird: ein nachdenklicher Denkanstoß oder doch nur ein Comic-Relief. 

In erster Linie dient Audrey aber zur Weiterentwicklung der männlichen Hauptfigur, als oberflächliches Plot-Device für die eigentliche Liebesgeschichte des Films: die von Rémi und seiner Arbeitskollegin Patricia (Die Farben der Zeit, Dalloway). Statt bis dahin und darüber hinaus die Incel-Thematiken kritisch aufzuarbeiten oder sich der äußerst oberflächlichen Emanzipation und Weiterentwicklung der vermenschlichten Sexpuppe zu widmen, rückt Audrey nach ungefähr der Hälfte des Films in den Hintergrund der Geschichte. Übrigbleibt eine andere Romanze, die sich nur an manchen Stellen für zwischenmenschliche, empathische Momente interessiert.  

Vor allem dann, wenn Rémi im Vordergrund steht. Nicht die abservierte Audrey, nicht Patricia, nicht Domi. Letztere von  (This Will Be My Last Cigarette) gespielte Figur stammt aus Rémis Familie, ist eine der wenigen besonnenen Figuren des Films und hätte zusammen mit Audrey ein wesentlich dynamischeres und auch interessanteres Zweigespann abgegeben. Doch nennenswerte Aufmerksamkeit, ganz gleich ob sich die Chemie mit Audrey andeutet und Domi zu den Lieblingspersonen der Regisseurin zählt, erhält die Figur nie.

Eher noch untergräbt Frühstück bei Audrey die eigenen flüchtigen feministischen Einwürfe, in dem er Domis queere Lebensrealität, überhaupt nicht-normierte Lebensformen, wiederholt als Witz oder nicht ernstzunehmend markiert. Auch durch den unreflektierten Protagonisten selbst, der über den Film hinweg wenig an Bewusstsein und Empathie für seine Mit(puppen)menschen, schon gar nicht an Sympathie gewinnt. Am überhasteten Ende liegt sich das Liebespaar aber ohnehin in den Armen, allen Redflags zum Trotz. Und das ist dann doch auf seine eigene Art unheimlich. 

Fazit

Im Gegensatz zu der von Zoé Marchal gespielten Puppe erwacht „Frühstück bei Audrey“ nie zum Leben, bleibt fleischlos und klischeehaft, eine berechenbare und bissarme französische Liebeskomödie.

Kritik: Paul Seidel

Wird geladen...

×