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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die Parisreise eines wohlhabenden amerikanischen Industriellen mit seiner entfremdeten Tochter Madeleine gerät außer Kontrolle, als französisches Essen, ein alter Horrorfilm und ein sich einmischender Hotelangestellter ihre Pläne durchkreuzen.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Manchen platzt der Kragen, anderen der Bauch, wenn sie ihre kleinlichen Konflikte immer in sich hineinpressen wie andere kilogrammschwere Rinderrippchen. Das in etwa ist das Fazit Quentin Dupieuxs gewitzter Groteske, eine zweier filmischer Fingerübungen, verteilt auf unterschiedliche Sektionen von Cannes. Die Sparte Außer Konkurrenz passt am ehesten auf die schwarzhumorigen Satiren sozialer und familiärer Dynamiken. Selbige veranschaulicht die strapazierte Beziehung des Titelcharakters und seiner erwachsenen Tochter, deren Nachname Doom sich auf einem Luxus-Trip nach Paris als prophetisch erweist. 

Jedenfalls für Phil (Woody Harrelson, Animal Farm), der den gemeinsamen Aufenthalt in einer geräumigen Luxushotel-Suit nicht genießen kann. Tochter Madeleine (Kristen Stewart, Love Me), mit der er eigentlich „reconnecten“ will, ist zu weit auf seiner Zimmerhälfte, die Toilette verstopft ist ihm peinlich und die Konsequenzen seines aggressiven Auftretens sieht er als Verschwörung. Während sie Unmengen französischer Spezialitäten futtert, steigert er sich in seine Wut. Das sketchartige Szenario unterbricht rhythmisch eine schwarz-weiße Horror-Hommage in Form eines fiktiven Genre-Klassikers, den Madeleine nebenbei auf dem Laptop schaut.

Der Film-im-Film im Stil der Universal-Klassiker Creature from the Black Lagoon und The Bride of Frankenstein mit Comedy-Duo Tim Heidecker (HIM - Der größte aller Zeiten) und Eric Wareheim (Master of None) als Wissenschaftler auf der Jagd nach einem amphibienhaften Monster stilisiert und sublimiert den trivialen Horror des Familienstreits. Horror - nicht nur auf dem Bildschirm - weckt bei Madeleine eben jene Nostalgie, die ihr Vater für ihre Kinderzeit empfindet. Die ausgedehnte Pointe ist die Banalität bourgeoiser Krisen in einer Ära politischer Eskalation und sozialen Aufruhrs. 

Fazit

Struktur und Stilismen Quentin Dupieuxs absurder Allegorie unterstreichen sein Faible für notdürftig kaschierte Kurzfilme. Zwei davon verpackt das Film-im-Film-Szenario in einer Inszenierung, in der zwei formal und ästhetisch gegensätzliche Variationen von Horror kollidieren. Der altmodische, wirklichkeitsferne Schrecken eines Vintage-Creature-Features kontrastiert mit der Atmosphäre trivialer Alltäglichkeit, in der psychologisches Grauen sich abrupt in Body-Horror manifestiert. Harrelson und Stewart tragen das Szenario mit ihrer darstellerischen Chemie und selbstironischen Nuancen. Ein charmantes Intermezzo, dessen sozialkritische Untertöne das verschenkte Potenzial verraten. 

Kritik: Lida Bach

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