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Inhalt

Steffis (Sinje Irslinger) Leben könnte nicht schöner sein: Sie ist jung, hat einen tollen Freund, den Schulabschluss in der Tasche und eine Ausbildungsstelle in Aussicht. Die Abschlussfahrt soll nach Paris gehen. Doch dann erhält die 16-Jährige unerwartet eine niederschmetternde Diagnose: Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit zum Leben. Der Bus nach Paris fährt ohne sie… Genau jetzt tritt Zirkusartist Steve (Max Hubacher) in Steffis Leben. Er hat einen Führerschein und bietet an, sie kurzerhand nach Paris zu fahren. Mit geklautem Auto, ohne Geld und verfolgt von den besorgten Eltern (Til Schweiger und Heike Makatsch) brechen die beiden zu einem einzigartigen Roadtrip auf. Im Nordseewind fliegen, auf Kühen reiten, oder Snowboardfahren im Hochsommer – angetrieben von unbändiger Lebenslust stürzt sich Steffi in ein unglaubliches Abenteuer.

Kritik

Der Tod muss nicht immer zwangsläufig nur das Ende bedeuten, sondern kann den Menschen auch die Möglichkeit bieten, noch einmal zurück ins Leben zu finden. Der Bestseller Gott, du kannst ein Arsch sein! von Frank Pape hat genau diesen Ansatz gewählt: Er feiert das Leben, indem die 16-jährige Steffi (Sinje Irslinger, Das schönste Mädchen der Welt) nicht nur Angst und Trauer in ihrer plötzlichen Krebsdiagnose erkennt, sondern gleichermaßen Mut und Hoffnung aus ihrem absehbaren Abtreten schöpft. Ein herzallerliebster, hoffnungsfreudiger Ansatz, der – und das macht sich nun bei der Verfilmung besonders deutlich – nichts Neues zu erzählen. Schließlich dürfen wir an dieser Stelle nicht vergessen, dass der Kultfilm Knockin' On Heavens Door schon von Thomas Jahn bereits mehr als zwanzig Jahre auf dem Buckel trägt.

Gott, du kannst ein Arsch sein! nimmt indes auch gleich doppelt Bezug auf Knockin' On Heavens Door: Nicht nur verkörpert Til Schweiger (Die Hochzeit) als Steffis Vater eine der wichtigen Rollen im Film. In einer Episode machen Steffi und ihr Gefährte, der Zirkusartist Steve (Max Hubacher, Der Hauptmann), auf dem Weg nach Paris Halt am Meer. Die Begründung für diesen Zwischenstopp liefert Steve herrlich naiv und Gott, du kannst ein Arsch sein! damit auch angenehm ironisch: „Ihr Krebskranken wollt doch immer ans Meer!“. Ansonsten allerdings spart es Regisseur André Erkau (Das Leben ist nichts für Feigling) weitgehend aus, Klischees zu brechen und serviert uns nicht nur ein formelhaftes Road Movie nach Schema-F, sondern bleibt hinsichtlich der Charaktere durchweg den stereotypen Persönlichkeitsstrukturen treu.

Man weiß nach fünf Minuten, wie Gott, du kannst ein Arsch sein! enden wird. Nicht nur, weil man den immer noch hochgradig sehenswerten Knockin' On Heavens Door gesehen hat. Auch, weil in den letzten Jahren noch ähnlich angelegte Filme wie Das Schicksal ist ein mieser Verräter, Friendship! und Vincent will Meer erschienen sind. Dass Gott, du kannst ein Arsch sein! ob seines permanenten Aufenthalts innerhalb der Instagram-gefilterten Wohlfühlzone nicht langweilt, sondern sein Publikum trotz verschwendeten Potenzials (Glaubenskrise?) halbwegs bei Laune halten kann, liegt an den guten Darstellern. Sinje Irslinger und Max Hubacher kauft man das amouröse Anbandeln ab, während selbst ein Til Schweiger zeigt, dass er durchaus überzeugen kann, wenn er sich nicht selbst in Szene setzt. Den Rest erledigt ein irrer Auftritt von Benno Fürmann („Einen Ficker kann man nicht ficken!“).

Fazit

Kein wirklich schlechter Film, aber ein vollkommen formelhaft arrangiertes Road Movie, bei dem man als Zuschauer nach fünf Minuten bereits weiß, in welche Richtung sich die generische Geschichte idiotensicher entwickeln wird. Dass die Bestseller-Verfilmung dennoch funktioniert und nicht verärgert, liegt an den überzeugenden Darstellern, die den Film über 90 Minuten am Leben erhalten.

Autor: Pascal Reis

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